25-jähriges Jubiläum

Das Jahr 1993… mein erstes Jahr als Rollstuhlfahrer. November, der Monat in meinem Leben der inklusive des Dezembers Jahr für Jahr eine Sonderrolle in meinem Leben einnehmen muss!

Blog 18-559: 25-jähriges Jubiläum als Rollstuhlfahrer. In den 25 Jahren, die ich inzwischen als Rollstuhlfahrer lebe, hat sich vieles getan. Insgesamt sind wir also auf einem guten Weg. Denn der Weg ist bekanntlich das Ziel. Aber an so vielen Ecken hakt es denn noch, das Verständnis von Stadtentwicklung noch immer in den Kinderschuhen steckt. Das Verständnis zum Thema Barrierefreiheit noch im Stadium eines Praktikums ist, Inhaltlich nicht mal in der Ausbildung in vielen Rathäusern. 

Als so bezeichneter MSler bewege ich mich ab November 1993 mehr oder weniger in einem Rollstuhl fort. Der Anfang weit weg von annehmbar, heute, 25 Jahre später nicht mal mehr ein Gedanke wert. Im November geboren, im November zum Rollstuhlfahrer geworden und vieles mehr in meinem Leben. Monate wie der Mai, in denen ich meine Frau Carmen kennengelernt habe, bleiben da in positiver Erinnerung. Sie war es auch… die mir einen Tritt verpasst hat, hin zum Leben. Hör auf zu Jammern und lebe, denn du hast noch Verantwortung für unsere kleine Familie. All dies nach dem Tod unseres 3. Sohnes Julian. Ich hatte einfach keine Kraft, keinen Ansporn, meine Gedanken waren völlig anders belegt. Es stand ein Schild vor meinen Augen „BESETZT“…  Wenn ich zurückblicke sehe ich einen stetigen Kampf, zu überleben, die stetigen Veränderungen, gerade körperlich anzunehmen, all dies was ich nicht greifen konnte.

Ich bin mir beim schreiben gerade sehr unschlüssig, über das wie weit und tief dieses Thema gehen kann und soll?

Interessiert das jemand?

Alleine die Zahl „25-jähriges Jubiläum als Rollstuhlfahrer“ drückt nicht das aus was es an Bedeutung im Leben hatte… gerade für uns als Familie. Noch heute plagt mich mein gewissen gegenüber meinen beiden großen Jungs. Warum spreche / schreibe ich es denn nicht direkt aus? „MEIN SCHLECHTES GEWISSEN“ Die beiden haben für ihr Leben einen enormen Schaden erleiden müssen. Mit alldem was solch eine Krankheit bei einem Elternteil ergeben kann. Nicht mehr der Vater sein, der man war, nicht mehr das umzusetzen was den beiden Freude gebracht hatte, stetig auf der Suche nach einer Ersatzbefriedigung für die ZWEI. 

Silbernes Jubiläum…obwohl ich 39 Jahre verheiratet bin!Mehr dazu im Blog, all dies in der kommenden Woche!

Gepostet von Frank F. König am Freitag, 16. November 2018

25 Jahre Rollstuhlfahrer – Material und Geschichten für ein gesamtes Buch, ja das wäre so. Was haben wir in dieser Zeit alles erlebt, mehr als ein Buch, hätte ich ein Dauer Video in Form eines Vlogs im Rückblick zu Verfügung, das wäre angenehm. Szenen wie ich als Vater im Rollstuhl den Kinderwagen unserer Tochter über den Neumarkt schiebe, inklusive der Gesichter der Menschen, das wäre es gewesen. Traurig bin ich nicht, im Gegenteil. Denn es hat mir vieles gegeben, und nicht nur Schlechtes. Dies liegt aber an meiner Natur, Dinge positiv zu sehen und einen gewissen Spaß im Leben zu haben, auch wenn dies nicht immer einfach ist. Im Kopf hatte ich all dies – aber fast vergessen, alleine die Fragestellung schreibe ich etwas dazu? Oder feiert man dies, also ich hätte kein Problem damit, gehört es doch zu meinem Leben. Andere feiern bei 25 Jahren, egal was. Gut, feiern ist nicht. Aber es steckt doch so viel Verborgenes, in diesen 25 Jahren im Rollstuhl meines Lebens. Stellt euch mal die Frage, wie viele Menschen, und vor allem welche ihr in euerm Leben von 25 Jahren habt kenngelernt. Wahnsinn, gelle. 😃 Oder welche Rollstühle ich in dieser Zeit gefahren habe, HAMMER. ♿️

Welche Geschichten sich dahinter verbergen können, lest ihr gleich!

Der Tag, an dem ich meinen ersten Rollstuhl bekommen habe, war im November 1993 soweit hatten wir dies schon. Es war kalt und ich musste (wollte) auf eine Beerdigung. Kennt ihr solche Novembertage, am Morgen Nebel und Feucht, und ich mit dem Rolli auf eine Beerdigung. Faktisch meine erste Fahrt im Rollstuhl. In Selters-Eisenbach ist die Straße vor dem Friedhof etwas steil, dies wird gleich noch eine entscheidende Rolle spielen. Damals, noch mit einem Gewicht von unter 85 Kilogramm und einem angepassten Rollstuhl. Leute; darin konnte ich mit meinem Körper wenden, ohne anzustoßen. Dieser Rollstuhl sollte angepasst sein? Meine Frau hat eine andere Erinnerung, wenn sie daran denkt, welches Gewicht der Rollstuhl beim herausheben aus dem Kofferraum hatte. Nachdem ich meinen Körper mit Unterstützung meiner Frau vom Autositz in den Rollstuhl geschwungen hatte nahm das Unheil seinen Lauf. Ich machte einseitig die Bremsen auf, drehte mich so (Richtung) Bergab… so dass ich dabei aus dem Rollstuhl gefallen bin. 🥶 All dies noch vor der Beerdigung. Und was trägt man bei einer Beerdigung? Richtig, schwarze Kleidung. Und wie ist die Straße? Ebenfalls richtig, nicht Sauber und die Klamotten dreckig. So das soll es gewesen sein, zu meinem 25-jährigen Jubiläum im Rollstuhl und meiner ersten Fahrt im selbigen. Jetzt ist es doch schon wieder etwas länger geworden als geplant – Sorry! 🧐

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Frank F. König

Über Frank: Frank ist Rollstuhlfahrer, Blogger, Fotograf, Stadtverordneter, Rolli-Coach, Ehemann, Papa, Opa, Kaffeeiker und Hesse. Mehr muss man eigentlich nicht Wissen. ♿️

Frank F. König

Manche werden denken: Noch so ein Blog. Themenvielfalt und "Barrierefreie Ausblicke in Wort und Bild" wird angekündigt. Das stimmt. Aber im Verhältnis der Menschen bleiben sehr viele Geschichten, Gefühle und Meinungen auf der Strecke. Der Alltag hat uns fest im Griff. Dieser Blog ist der Versuch, diese vielen Kleinode dem Vergessen zu entreißen. (Kleinod ist ein altes deutsches Wort für ein Schmuckstück. Heute wird es im übertragenen Sinne als Kostbarkeit eingesetzt.)

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