Meine Zukunft liegt in den Händen von dritten?
Leben mit MS Limburg a.d. Lahn Perspektiven

Meine Zukunft liegt in den Händen von dritten?

Im Blog Beitrag „Meine Zukunft liegt in den Händen von dritten?“ geht es für mich um ein sehr emotionales Thema – meine selbstbestimmte Mobilität.

#mobilität #selbstbestimmt #behinderung #humor #kraft #corona

Meine Zukunft liegt in den Händen von dritten?

Ich lege mit dem Postversand meines Antrags auf Förderung selbstbestimmter Mobilität mein Schicksal in die Hände dritter. Mehr noch, auch meine Zukunft. Denn ohne selbstbestimmte Mobilität kann ich in meinen Alltag sowie Ehrenamt und politisches Engagement nicht wie in der Vergangenheit aufrechterhalten. Dies haben die letzten Monate eindeutig offengelegt.

Langwieriges Antragsverfahren

Mein Antrag umfasst insgesamt einundsechzig DIN A4 Seiten, bestehend aus Kostenvoranschlägen sowie einzeln Nachweisen zum eigentlichen Antrag auf selbstbestimmte Mobilität. 1996 war mein damaliger Antrag erfolgreich, wie dies im Jahre 2021 ausgehen wird, bleibt vorerst noch offen. Ich bin froh, dass ich über Wochen/Monate durchgehalten habe und trotz aller Schwierigkeiten, wegen Corona sowie Urlaubs Problemen dieses wichtige Projekt finalisieren zu können. Zwischenzeitlich habe ich nachlegen müssen, weitere Informationen sowie Formvordrucke ausgefüllt zurückgesendet.

In der Minute, in der du ans Aufgeben denkst, denke daran, warum du so lange durchgehalten hast.

Natsu Dragneel

Viele Kilometer und eine lange Zeit

Über Monate habe ich lernen dürfen, ohne eigne Mobilität, schaffst du nicht mal die Hälfte als noch vor Monaten. Mein Fahrzeug war alt, knapp fünfundzwanzig Jahre, sind für ein umgebautes Auto wirklich alt – aber ich war mobil. Eigene Grenzen setzen, sich um sich selbst kümmern, bedeutet auch anderen eine Grenze zusetzen. Diese durchzusetzen auf der einen Seite, das Akzeptieren auf der anderen Seite, ist nicht leicht, kann aber viel verändern. So zum Beispiel beim Thema Elektromobilität und Behindertengerechten Umbau eines Fahrzeugs. Aktuell, stand August 2021, ist es nach Aussage der beiden Firmen, die ein Angebot für den Umbau abgegeben hatten, mit Elektromobilität nicht möglich.

Der öPNV ist keine Lösung für mich
Der öPNV ist keine Lösung für mich

Nach Veranstaltungsende – Wartezeit von mehr als 30 Minuten

Es ist September 2021 und ich hatte am Abend ein Termin, außerhalb von Limburg, mit dem Rollstuhl für mich unerreichbar. So blieb der Weg nur über ein Taxi, zum einen muss ich in Zeiten von Corona hinten einsteigen, was für mich und meinen Körper kaum umsetzbar ist. Der Rollstuhl mit Zusatzantrieb passt nur in einen Kombi, was noch eine Sonderrolle einnimmt. Die Hinfahrt lief hinnehmbar, die Rückfahrt allerdings nicht. Für 20:30 Uhr war die Rückfahrt im Vorfeld gebucht, abgeholt wurde ich mehr als 30 Minuten später – es wäre am Abend nur ein Kombi-Taxi verfügbar gewesen. So der O-Ton. Warum ich frühzeitig gebucht hatte, blieb so offen. Dreißig Minuten kann man doch mal warten, gesunde Menschen mit Geduld vielleicht. Ein Mensch mit besonderen Bedürfnissen dann eher weniger. Nicht bei meiner Blasenfunktion und dem Bedürfnis etwas loszuwerden.

Meine Zukunft liegt in den Händen von dritten?
Meine Zukunft liegt in den Händen von dritten?

Was macht so ein Abend mit mir?

Dies durfte ich den Tag danach erleben, ich passe nicht in diese Welt. So kann und darf dies nicht weitergehen. So viel Humor und Kraft kann ich nicht auf Dauer vorhalten, meine unterschiedlichen Ämter sind so nicht im Ansatz haltbar. Ich Verweise gerne nochmals auf das Zitat von „Natsu Dragneel“ aber irgendwann muss eben eine Entscheidung fallen. Gerade jetzt im Herbst und Winter stehen mir unangenehme Zeiten bevor. Selbstbestimmt mobil und aktiv sein – oder eben nicht!

Gegen Ende dieses Blogbeitrags bleibt mir nichts außer die Hoffnung auf Veränderungen, in diesem Sinne…

F R A N K