Tag 7: Immer wieder sonntags, Episode 64!

von Frank von Koenig-Limburg.de | 28. Juni 2026 | Tag7

*Unbezahlte Werbung durch Namensnennung

Tag 7: Immer wieder sonntags, Episode 64!

Hey, schön, dass du da bist! Heute ist Sonntag, und wir haben etwas Besonderes für dich: den geplanten Sonntagsmodus. Wie immer mischen wir das königliche Notizbuch mit ein paar frischen Gedanken. Lehn dich zurück, entspann dich und lass uns gemeinsam in die Welt des Sonntagsmodus eintauchen. Viel Spaß beim Lesen!

Tag 7: Immer wieder sonntags, Episode 64!

Sonntagsmodus: An! Bevor die Tastaturanschläge das Zepter übernehmen, ziehe ich sonntags am liebsten noch ein paar Füllerfetzen durch mein königliches Notizbuch. Ein paar dieser ganz frischen Gedanken haben es heute direkt in den Tag 7 geschafft. Schnapp dir einen Kaffee, komm erst mal an und lies ganz entspannt mit.

Immer anders zu sein, ist auch irgendwie anders!

Immer anders zu sein, ist auch irgendwie anders: Das hat fast schon etwas Philosophisches. Meine Frau (die kleine Königin) hat absolut recht: Wenn die Konstante darin besteht, immer „anders“ zu sein, wird das Anderssein paradoxerweise zur eigenen Normalität. Man bricht aus jeder Schublade aus, nur um festzustellen, dass man damit in der Schublade derjenigen landet, die in keine Schublade passen, Rollstuhlfahrer zum Beispiel. Das kann unglaublich erfrischend sein, da es absolute Freiheit bedeutet. Es kann aber auch manchmal anstrengend sein, weil einem der Autopilot fehlt, den andere nutzen, um einfach „mitzuschwimmen“.

Oder könnte ich dich zu Hause besuchen?

Ist das für dich eher ein befreiendes Gefühl von Individualität oder fühlt es sich manchmal auch ein wenig isolierend an? Als Mensch mit Behinderung ist vieles anders. Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie befreiend es wäre, einfach etwas zu tun, ohne vorher darüber nachdenken zu müssen – ein Gefühl von Individualität, das man sich kaum vorstellen kann. Wenn Individualität zur Norm wird oder man sich krampfhaft abzuheben versucht, verliert das „Anderssein“ seinen besonderen Reiz. Man könnte auch sagen: Wer immer nur anders sein will, ist am Ende doch ganz ähnlich all den anderen, die auch anders sein wollen. Zwangsläufig lässt es sich ändern, hier haben Gesunde mehr als nur einen Vorteil. Das Gefühl, anders zu sein und aus der Reihe zu tanzen, ist gänzlich normal und kann sehr bereichernd sein. Es erfordert oft Mut, seinen eigenen Weg zu fahren und zu sich selbst zu stehen. Genau das macht uns alle einzigartig und besonders.

Dass wir vergeben, heißt nicht, dass wir vergessen!

Dieser Satz ist unglaublich wichtig und wahr. Vergeben und Vergessen werden oft gleichgesetzt, als wären sie untrennbar miteinander verbunden. In Wirklichkeit sind sie jedoch zwei gänzlich unterschiedliche Konzepte. Vergeben ist eine bewusste Entscheidung: Es bedeutet, den emotionalen Ballast, den Groll und den Wunsch nach Vergeltung loszulassen. Letztlich tut man es nicht einmal unbedingt für die andere Person, sondern vor allem für den eigenen Seelenfrieden, und dieser ist nicht zu unterschätzen. 

Vergessen hingegen ist Amnesie – und das kann sogar gefährlich sein. Unser Gehirn speichert schmerzhafte Erfahrungen ab, um uns in Zukunft zu schützen. Wer vergisst, riskiert, dieselben Fehler zu wiederholen oder Grenzen nicht richtig zu setzen. Oftmals kommt im gleichen Kontext das Wort »Nachtragen« wie eine saure Magensäure nach oben. 

Man kann jemandem aufrichtig vergeben und trotzdem beschließen: „Ich trage dir das nicht mehr nach, aber ich werde dir nie wieder so vertrauen wie vorher.“ Vergebung heilt die Wunde, aber die Narbe bleibt als Erinnerung und Schutzmechanismus sichtbar. Kennst du bestimmte Situation oder Erfahrung, die dich über diesen Unterschied nachdenken lassen? Oder beschäftigen dich solche Gedanken nicht wirklich? 

Schriftzug Frank

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