Es ist schon eine Weile her, dass ich den letzten Artikel zur Serie »Das Alphabet des Lebens« veröffentlicht hatte. Heute freue ich mich, endlich meinen versprochenen Blog zum Buchstaben »P wie Politik« präsentieren zu können. Selbstverständlich aus gegebenem Anlass!
Das Alphabet des Lebens: P wie Politik
In wenigen Tagen findet die konstituierende Sitzung des Stadtparlaments im Limburger Rathaus statt, und ich werde nicht daran teilnehmen. Ich hatte an verschiedenen Orten zugesagt, meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus zehn Jahren Kommunalpolitik zu teilen, was hiermit umgesetzt ist. Das Alphabet des Lebens: P wie Politik – und jetzt viel Freude mit dem Artikel zum Ende in Sachen Kommunalpolitik.
Aus gegebenem Anlass: Das Ende!
Ich, Frank F. König, erkläre hiermit, dass ich mich mit sofortiger Wirkung aus der Kommunalpolitik zurückziehe. Das war die Kurzfassung für alle, denen das Lesen von Texten, die mehr als zwei Zeilen umfassen, Schmerzen bereitet. Diejenigen, die vor ein paar Absätzen nicht davonlaufen (oder nicht nur diagonal darüber fliegen oder nicht schnell andere fragen, was sie da gelesen haben sollen, wir sind ja immerhin in der Politik…), haben die Gelegenheit, im Weiteren an meinen Überlegungen teilzuhaben und zu erfahren, wie ich zu diesem Entschluss gekommen bin.
Bei der letzten (2026) Kommunalwahl, bei der ich als Parteiloser für die FDP angetreten war, ist es mir nicht gelungen, so viele Stimmen für mich zu sammeln, dass es für einen Sitz im Stadtparlament gereicht hätte. Ich wäre nun der erste Nachrücker über die Liste für den Fall, dass jemand aus der Hitparade vor mir sein Amt nicht antreten oder aufgeben will.
In der vorvorletzten Legislaturperiode bin ich auf diese Weise in die Stadtverordnetenversammlung gekommen und konnte so meine ersten Rollversuche als Mandatsträger in der Kommunalpolitik unternehmen. Dabei habe ich sehr schnell eins gelernt: Wenn man die Aufgabe, die die Wähler einem übertragen haben, richtig und ernsthaft ausfüllen will, dann muss man sich auch als Nachrücker genau so verhalten, als hätte man den Sitz bereits. Sonst steht man im Ernstfall (also beim Nachrücken) wie der Ochse vor dem Berg und ist nur hilf- und ahnungsloses Anhängsel, dem gesagt wird, wie es abstimmen soll. Bei diesem Anspruch müsste ich als erster Nachrücker in dieser Legislaturperiode also ebenfalls alle Vorlagen lesen und mich ständig über alles informieren, was aktuell in der Stadtpolitik vorgeht, was in welchen Ausschüssen wie und warum besprochen wird (und was heimlich in Hinterzimmern).
Das Ganze aber ohne ein Rede- oder gar Stimmrecht.
Das möchte ich nicht mehr!
Wenn ich mir schon die Arbeit mache, für die Bürger da zu sein, dann will ich auch die Chance haben, mir eine Meinung zu bilden, diese zum Ausdruck zu bringen, und vielleicht sogar Einfluss zu nehmen und vor allem abzustimmen. Ich hatte vor der Wahl gesagt, dass ich noch eine Legislaturperiode im Stadtparlament sitzen will. An ernstgemeinten Angeboten, für eine andere Partei oder Liste anzutreten, mangelte es daraufhin wirklich nicht. Aber auch wenn in der Politik manchmal (einige sagen „öfter“) Loyalität eine Einbahnstraße ist, hatte ich darauf verzichtet, eines der Angebote anzunehmen, einen „sicheren Listenplatz“ bei einer anderen Fraktion zu besetzen. Ich hatte mich beim ersten Versuch in der Kommunalpolitik für die Freien Demokraten entschieden, weil das dortige Weltbild die meisten Übereinstimmungen mit meinen Vorstellungen aufwies. Und wenn ich einmal eine Entscheidung getroffen habe, bleibe ich in den allermeisten Fällen dabei.
Manche meinen, ich sei da richtig stur. Manche haben möglicherweise recht. Ein bisschen. Also blieb ich bei der FDP. Jeder Wähler hatte die Möglichkeit, für mich zu stimmen. Wenn ich jetzt bei der letzten Wahl nicht genügend Menschen überzeugen konnte, dass ihre Belange und Bedürfnisse bei mir als Abgeordnetem gut aufgehoben wären, dann ist das für mich ein Votum, dem ich mich stellen werde. Damit jetzt keine Missverständnisse aufkommen: Das ist kein Gejammer oder Selbstmitleid. Sondern einfach eine Tatsache. Es haben zwar ständig alle möglichen Leute angekündigt, mich zu wählen (oder schon gewählt zu haben). Doch es waren wohl nicht genug.
Also verkündet Frank F. König nun seinen Abschied aus der Kommunalpolitik!
Nicht ohne einen kleinen Blick zurück. Nein, keinen im Zorn, wie der eine oder andere vielleicht erwarten (oder sogar erhoffen) wird. Ich bin sehr dankbar für die zehn Jahre in der Politik, denn ich durfte dabei jenseits aller Parteigrenzen und auch weit hinter dem lokalen Gartenzaun viele Menschen kennenlernen, denen ich sonst wahrscheinlich niemals begegnet wäre. Ich habe sogar Freunde gefunden.
Am meisten freut es mich heute, dass es mir wohl gelungen ist, den einen oder anderen zu überraschen und vielleicht sogar Weltbilder ein wenig durchzuschütteln. Einige, die am Anfang dachten, ich sei nur der Berufsbehinderte der FDP, gestanden mir später, dass sie zu seiner Überraschung erkennen mussten, dass der König nicht nur mit Rädern, sondern auch mit einem Kopf und einer Meinung ausgeliefert wurde. Meinen Respekt all denen, die so ehrlich waren und sind, das nicht nur zu realisieren, sondern mir auch zu sagen.
Was macht er nun, der König, so ganz ohne Politik, werde ich oft genug gefragt?
Was macht er nun, der König, so ganz ohne Politik, werde ich oft genug gefragt. Vor allem antwortet er nun, wenn er wieder auf der Straße angesprochen wird, weil „Mer-misste-ma“: „Sag es Deinem Stadtverordneten.“ Mal sehen, wie lange es dauern wird, bis ich mich wieder durch die Stadt bewegen kann, ohne alle 10 Meter als der lokale Mängelmelder angehalten zu werden.
Ganz sicher wird es erleichternd für die Königin sein, wenn sie nicht mehr an jeder zweiten Ecke hören muss: „Fraaa Keeenisch, saaachese ma ehrm Mann…“.Ich werde Zeit haben. Das wird wohl die größte Veränderung in meinem nachpolitischen Leben sein. Wieder mehr Qualitätszeit zu erleben, spontan sein zu können, einfach „ja“ sagen zu dürfen, wenn die Sonne scheint und ein Freund nach Gesellschaft beim Kaffee und Lästern auf dem Kornmarkt fragt, darauf freue ich mich.
Das wird wohl die größte Veränderung in meinem nachpolitischen Leben sein. Wieder mehr Qualitätszeit zu erleben, spontan sein zu können, einfach „ja“ sagen zu dürfen, wenn die Sonne scheint und ein Freund nach Gesellschaft beim Kaffee und Lästern auf dem Kornmarkt fragt, darauf freue ich mich.

Mal wieder ein bisschen reisen können, ohne alles zwischen einengende, eigene (und ganz schnell eingeschobene fremde) Termine quetschen zu müssen, wird sicher auch schön. Selbstverständlich werde ich in Bereichen aktiv bleiben, die ich nicht zuletzt durch meine politische Tätigkeit und vor allem durch die Akzeptanz meiner Expertise und das Interesse daran wieder entdecken und neu beleben konnte. Barrierefreiheit und Mobilität bleiben das Thema meines Lebens, allerdings nun im Profi- und Entwicklungsbereich sowie im institutionellen als Berater. Es fühlt sich richtig gut an, sich da aussuchen zu können, was man wirklich tun will und zwischen so vielen Angeboten zu wählen.
Es fühlt sich richtig gut an, sich da aussuchen zu können, was man wirklich tun will und zwischen so vielen Angeboten zu wählen. Es wird den König von Limburg auch als öffentliche Person also weiter geben. Nur eben ohne Mandat. Es wird den König von Limburg also weiter auch als öffentliche Person geben. Nur eben ohne Mandat.
Eins noch: Falls sich jemand fragt, wie dieser Text in dieser Länge zustande kam:
Der König hat dafür eine „I“ genutzt.
Eine Intelligenz.
Aber kein KI.
Sondern eine MI.
Eine Menschliche Intelligenz.
Ab und zu muss es ja auch mal für was gut sein, dass es Freunde gibt, die wissen, was sie tun.
Und schriftlich das ausdrücken können, was ich sagen will.
Man sieht sich.
Aber denken Sie dran:
Nein, ich kann nicht mehr gerade mal schnell.
Fragen Sie Ihren Arzt, Apotheker oder Stadtverordneten.
Den Sie gewählt haben…
Schon ein italienisches Sprichwort besagt ...
Ich liebe Schach, doch es ist wie im richtigen Leben. Wenn das Spiel vorbei ist, kommen König und Bauer wieder zurück in dieselbe Kiste. Diese Aussage bringt es treffend auf den Punkt, dass ein wahrer König immer mit den Bürgern in Kontakt steht. Im Schach mag das für Kenner anders erscheinen. Ich trage nur meinen Nachnamen, was ich mit gewissem Stolz tue, aber ich bin gerne bürgernah, und das von Herzen. Wie sonst hätte ich meine Herzdame finden können?

Vielen Dank für die aufregende Zeit!

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