Nach dem Neid widmen wir uns heute im Alphabet des Lebens der Liebe. Für mich ist sie ein Fundament der Selbstakzeptanz, wobei nicht nur das Herz den Takt vorgibt, sondern auch die Zeit eine aktive Rolle spielt.

Das Alphabet des Lebens – L wie Liebe
Liebe ist ein vielschichtiges Thema, das über die romantische Verbindung zwischen zwei Menschen hinausgeht. Aus meiner Sicht ist wahre Liebe tiefgründiger und komplexer. Im heutigen »Alphabet des Lebens« möchte ich die tiefe Verbindung zwischen Liebe und Zeit hervorheben. Liebe ist wohl das komplexeste Phänomen der menschlichen Erfahrung – ein biologischer Impuls, ein tiefes Gefühl und eine bewusste, tägliche Entscheidung.
Neurowissenschaftlich betrachtet, ist die erste Phase – das Verliebtsein – ein richtiges Glücksgefühl, ausgelöst durch einen Cocktail aus Dopamin und Adrenalin. Wenn dieser aufregende Zustand dann langsam abklingt, entwickelt sich die Liebe zu etwas Beständigerem: eine durch Oxytocin geprägte tiefe Bindung, Verlässlichkeit und Vertrautheit.
Die menschliche & zwischenmenschliche Ebene
Auf menschlicher und zwischenmenschlicher Ebene zeigt sich echte Liebe vordergründig im Alltag. Sie bedeutet, Verletzlichkeit zuzulassen – einander ohne Maske zu begegnen und das Risiko einzugehen, gesehen und bewertet zu werden. Es bedeutet, Empathie und Präsenz zu praktizieren – den anderen wirklich wahrzunehmen, zuzuhören und anzunehmen, ohne ihn sofort verändern zu wollen. Und es bedeutet, Freiraum zu gewähren – Liebe hält fest, ohne einzusperren. Sie unterstützt das persönliche Wachstum des anderen, wenngleich sich eigene Perspektiven verschieben.

Liebe ist das »WIR« in uns!
Oft liegt das Fundament dafür in der Selbstakzeptanz. Nur wer mit seinen eigenen Schwächen und Grenzen nachsichtig umgeht, kann auch anderen Menschen langfristig auf Augenhöhe und ohne unrealistische Erwartungen begegnen. Liebe ist kein Zustand, den man einmal erreicht und behält, sondern ein dynamischer Prozess aus Aufmerksamkeit, Verzeihen und gemeinsamem Wachsen. Am 1. Mai 1975 trafen wir uns zum ersten Mal auf einer Maiwanderung, jeder mit seiner Gruppe. Seither sind wir über 50 Jahre gemeinsam unterwegs. Rückblickend betrachtet, waren wir füreinander bestimmt, aber darum geht es heute nicht nur. In diesen mehr als 50 Jahren ist viel mehr geschehen. Im Kern dreht sich heute alles um »Liebe« auf Zeit. Denn eines Tages ist einer alleine und trägt das "WIR" vor sich her!

30 Jahre in Limburg
Tatsächlich, wohnen wir im Jahr 2026 bereits drei Jahrzehnte in der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn. Wahnsinn! Doch wie kam es dazu? Warum sind wir überhaupt in Limburg gelandet, kamen wir doch aus dem Taunus, wie meine Omi zu sagen pflegte? Fragen über Fragen, die heute eine Antwort erhalten sollen, denn ein Leben verläuft nicht immer steil nach oben. Carmen wollte Anfang überhaupt nicht nach Limburg, doch dies hat sich gedreht; heute möchte sie nicht mehr aus Limburg weg. Der Grund war damals, ein soziales Umfeld inklusive Wohnung aufzubauen – als Rollstuhlfahrender nicht einfach. Angekommen um zu bleiben, so könnte man dies auf den Punkt bringen.
Liebe, ein Großes Wort mit tiefer Bedeutung – wie siehst du die Liebe? Schreib es gerne in die Kommentare. Wir enden im »Alphabet des Lebens« und beim Buchstaben „L" für heute. Nur eine Kette ist es, die uns gebunden hält: Die Liebe zum Leben!
Bis bald ...

