WOCHEN SCHNIPSEL 110119

Blog 19-589: Fast ist sie rum, die aktuelle Woche. Dabei waren diesmal die Augen besonders auf Limburg gerichtet: Was für eine Woche, intensive Gespräche zum Thema Mobilität in Limburg waren Hauptbestandteil der…

Wochen Schnipsel 110119

Auch wenn Mobilität, sowie die regionalen Probleme von Menschen mir wichtig sind, gibt es einfach mehr im Leben, dies bilden wir in den Wochen Schnipseln – Woche für Woche ab. Die Innenstadt von Limburg wird oft in drei Teilen gesehen. Altstadt, Neustadt und WERKStadt. Die sogenannte Kernstadt von Limburg a.d. Lahn. Gerade wenn man jemand den Weg beschreiben möchte. Rollstuhlfahrer sind untereinander oft unkompliziert, so werde ich des öfteren von Rollstuhlfahrern in der sogenannten Kernstadt angesprochen. Man kennt nach 23 Jahren als heimischer Rollstuhlfahrer die Ecken und Kanten seiner Stadt. So kommt es vor, das man sich untereinander schnell behilflich ist, gerade bei der Orientierung im Stadtgebiet. Die Limburger Altstadt ist für diesen Personenkreis eine besondere Herausforderung. Kopfsteinpflaster, Hauseingänge zum Einzelhandel sowie Gastronomie, alles bleibt eine besondere Aufgabe für Rollstuhlfahrer und Co.! Wiederholt wurde ich angesprochen, gar aufmerksam gemacht, dass der Kornmarkt für Kraftfahrzeuge zum Parken frei wäre. Nur warum gäbe es keine Behindertenparkplätze, wenn Parken doch erlaubt sei?

Wochen Schnipsel der 2. KW

Parkraum für Mobilitätseingeschränkte
Parken auf dem Kornmarkt – Nicht für jeden?

Parken auf dem Kornmarkt

Nicht für jeden möglich – oder wurde dies einfach nie angesprochen? In mehr als 20 Jahren habe ich aus der Erinnerung heraus zweimal auf dem Kornmarkt geparkt. Nachdem ich aktuell wieder auf diesen Mangel angesprochen wurde, kann man dies nachvollziehen. Parkraum für Mobilitätseingeschränkte Personen gibt es kaum in der Altstadt. Das Thema an sich ist groß, diesen Sachstand muss man nicht unbedingt in die Länge ziehen, denn das nachfolgende Zitat einer MS-Erkrankten mit unterschiedlicher Mobilität bringt es auf den Punkt.

Kornmarkt - Parkraum für Mobilitätseingeschränkte
Parkraum für Mobilitätseingeschränkte?

ZITAT: 

Ich muss Mal etwas beichten.

Ich hasse es persönlich, wenn jemand was in die Richtung sagt, dass das Erreichen eines Ziels (Weges) nur Sache des Willens sein. Ich will vieles, und kann es aufgrund meiner Behinderung nicht. Ich sehe die Grenzen täglich, die mir gesetzt werden. Gerade in der Limburger Altstadt!

ZITAT: von einer MS-Erkrankten
Wochen Schnipsel 110119
Symbolbild

Dieses ⬆️ Zitat ⬆️ habe ich im Zusammenhang zum Thema „Parken in der Altstadt“ erhalten. Zeit aktiv zu werden, oder ist es denn so schwer, zwei Behindertenparkplätze auf dem Kornmarkt auszuweisen?

Samstags – Mitten in Deutschland

Genau genommen in Limburg, geduldig wartete ich auf meine Frau, diese musste noch zum Bäcker. So stand ich direkt vor Karstadt in der Werner-Senger-Straße, gegenüber dem alten Rathaus. Vorm Rathaus ein Info- und Verkaufsstand, sowie ein Verkäufer der die Menschen ansprach. So kam es, dass er direkt auf mich zusteuerte. Freundlich wie ich bin, hörte ich mir an was er zu sagen hatte. Ob ich gerne Lesen würde, war seine Frage an mich. Meine Antwort war klar: Selbstverständlich. Ich sollte doch bitte mit an seinen Stand fahren, so dass er mir ein Angebot machen könne. Ich lehnte freundlich ab, denn ich hätte gewisse Vorurteile was seinen Aufbau des Stands angehen würde. Um es abzukürzen, er wollte und konnte es nicht verstehen. Im Gegenteil, er äußerte sich, ich hätte doch wohl keine Ahnung als Rollstuhlfahrer. Ich machte ihn zuvor aufmerksam das er auf einem Blindenleitsystem mit seinem Stand stehen würde. Darauf antwortete er energisch, das wären graue Steine, keinesfalls ein Leitsystem für Sehbehinderte Menschen.

O-Ton – das sind nur Steine!

An einem Samstag hatte ich wenig Lust es ihm zu erklären, hatte ich doch nach seinen Angaben als Rollstuhlfahrer keine Ahnung. Auch ein Foto wollte ich nicht anfertigen, denn dieser Mensch hatte einfach nicht meine Aufmerksamkeit verdient. Meine Frau mittlerweile Zeuge dieser Angelegenheit kam langsam aber sicher in Rage. Meine sonst so große Geduld für jeden Menschen war an diesem Tag einfach aufgebraucht, so meine Frau. Das nachfolgende Symbolbild zeigt also Tage später nur den Ort des Geschehens, mehr nicht. Kommen wir zum Ende dieses Vorfalles, den ich euch so natürlich nicht vorenthalten wollte.

Symbolbild - Rathaus
Symbolbild – Rathaus

Multiple Sklerose – Meine Symptome der Woche

Fatigue, neuropathische Schmerzen (Nervenschmerzen) und Streck- und Beugespastik (Unwillkürliche Reflexbewegung) – dies so stark das ich in der Küche gerettet werden musste. Lang auf dem Boden habe ich am Dienstag gelegen. An Tagen wie diesen… ein Song von den „Toten Hosen“ kam mir zum aktuellen Zustand meines Körpers in den Sinn. Denn am Montag war es Fatigue, was mich am Abend überfallen hat, genauso hat es sich angefühlt. Für 75 Minuten gingen die Lichter aus, gut solche Dinge sind jetzt nicht unbekannt für mich. Aber die Qualität und die Summe aus allem waren auch für mich Neu. Die restlichen Einzelheiten erspare ich euch und komme zu angenehmen Dingen aus meine Woche – und ja die gab es wirklich. Denn der Mittwoch hielt angenehmes für mich bereit, nach dem körperlichen Stress der Tage zuvor eine willkommene Abwechslung. In Ruhe mit einem Freund einen Kaffeetrinken brachte die erhoffte Entspannung.

Netz Fund zur MS 

Diesen Screenshot habe ich zur Information für euch angefertigt. Entdeckt habe ich diesen Kommentar auf einer Facebook Seite einer Apotheke, eine eigene Bewertung, oder Kommentar erspare ich mir persönlich. Vorenthalten wollte ich euch diesen Kommentar zur MS aber auch nicht.😔

Netz Fund zur MS
Screenshot: Netz Fund zur MS 

Am Donnerstag hatte ich Glück und mein Reha-Techniker Zeit für mich, besser gesagt für meinen Rolli. Der Rollstuhl bedurfte einer intensiven Behandlung, denn die Bremsen hielten „ALLEM“ nicht mehr wirklich stand, was gefährlichen werden kann, gerade beim Umsetzen.

Zeit für den Reha-Techniker

So ein Donnerstag kann sich ziehen, mein Besuch beim Ordnungsamt in Limburg war von Erfolg gekrönt. So konnte ich nicht nur den defekten Parkausweis erneuern lassen, sondern auch die Gültigkeit wurde direkt verlängert, da ich sonst im September 2019 wieder hätte vorstellig werden müssen. Am Nachmittag noch etwas ausgeruht, bevor es am Abend zur Sitzung der FDP-Fraktion-Limburg ging. So bin ich froh das dieser Donnerstag sein Ende finden konnte.

Parkausweis – jetzt Gültig bis 2024

FREItag ist die Zeit der Wochen Schnipsel, so sitze ich mit einem Kaffee am Schreibtisch und füge das gesammelte aus der laufenden Woche in einen Blog zusammen. Damit blicken gleichzeitig Richtung Wochenende. Mein Blick von Freitag zu Freitag geht in den Wochen Schnipseln der 2. Kalenderwoche so dem Ende entgegen. Euch damit ein angenehmes Wochenende…👨🏻‍💻

Ihr / Euer
Frank F. König

Profilbild von Frank F.  König
Frank F. König

Über Frank: Frank ist Rollstuhlfahrer, Blogger, Fotograf, Stadtverordneter, Rolli-Coach, Ehemann, Papa, Opa, Kaffeeiker und Hesse. Mehr muss man eigentlich nicht Wissen. ♿️

Frank F. König

Manche werden denken: Noch so ein Blog. Themenvielfalt und "Barrierefreie Ausblicke in Wort und Bild" wird angekündigt. Das stimmt. Aber im Verhältnis der Menschen bleiben sehr viele Geschichten, Gefühle und Meinungen auf der Strecke. Der Alltag hat uns fest im Griff. Dieser Blog ist der Versuch, diese vielen Kleinode dem Vergessen zu entreißen. (Kleinod ist ein altes deutsches Wort für ein Schmuckstück. Heute wird es im übertragenen Sinne als Kostbarkeit eingesetzt.)

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