Politik

Projekt und Q+A: Heute Landratskandidat Dr. Klaus Valeske

Der Wahl-Herbst 2018

Projekt und Q+A: Heute Landratskandidat Dr. Klaus Valeske

Der Landratskandidat Dr. Klaus Valeske beantwortet Fragen der Redaktion von koenig-limburg.de – dem Online Magazin für „Barrierefreie Ausblicke in Wort und Bild“. Der Landratskandidat Dr. Klaus Valeske (FDP) stellt sich der Herausforderung mit Drei Hauptthemen, gegen ein Weiter so der aktuellen Politik im Landkreis Limburg-Weilburg.

Projekt und Q+A: „Hessen wählen am 28. Oktober 2018“

Zum Abschluss unseres Projektes hat Landratskandidat Dr. Klaus Valeske (FDP) eine Punktladung hingelegt. Mitten in den Abschluss des Projektes haben uns seine Q+A doch noch erreicht. Denn in kürze soll es den Abschluss Blog zum Projekt geben, daher verschiebt sich dies um einige Tage nach hinten.

Der Wahl-Herbst 2018

Bis zum Herbst 2018 – dem Wahl-Herbst sind es noch einige Monate – Uns ist es wichtig weit weg von dem allgemeinen Wahlkampf unsere Fragen zu einzelnen Themen abzufragen. Inhalte den Menschen, sprich dem Wähler aufzuzeigen. Infrastruktur, gibt er selbst als eines seiner Drei Themen an. Im Landkreis Limburg-Weilburg spielt die Infrastruktur eine große Rolle, gerade bei einer Gesellschaft die zum Glück immer älter wird, ist eine wohnortnahe Gesundheits- Versorgung ein sehr zentrales Thema im Leben der Menschen. Wir sind gespannt was uns erwartet – voller Freude senden wir einzelnen, ausgewählten Kandidaten unsere Fragen und warten auf die Antworten.

Herr Dr. Valeske – Das Thema Telemedizin ist ein aktives im Jahre 2018, wo stehen wir bei uns im Landkreis und was für Voraussetzungen werden in Zukunft dafür benötigt. Dies ist ein Themenfeld das bisher kaum besetzt wurde, Bürger verbinden damit gewisse Ängste, also ein Themenfeld mit einer besonderen Wirkung gerade für unseren Landkreis Limburg-Weilburg.

 

Telemedizin ist ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Besonders deshalb, weil die Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung vor grossen Umbrüchen steht. Wie bei der Einleitung erwähnt, werden unsere Mitbürger heutzutage immer älter. Auch Dank guter medizinischer Versorgung. Das erfordert absehbar aber ein mehr an medizinischer Versorgung. Aber auch die Hausärzte werden älter und viele werden in den nächsten Jahren aus dem Dienst ausscheiden und in Rente gehen. Gleichzeitig mangelt es aber an Nachwuchs. Es zeichnet sich also einerseits ein Mehrbedarf an medizinischer Versorgung ab, dem gleichzeitig ein drohender Mangel an Hausärzten gegenübersteht. Um eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten brauchen wir aber ein dichtes Netz von Hausärzten. Um die Lücke zu schließen sind deshalb neue Ideen gefragt. Unbedingt müssen junge Ärzte (die zu 60-70% Ärztinnen sind) motiviert werden, aufs Land zu gehen. Um die Betreuung der Patienten zu verbessern müssen aber auch moderne Kommunikationsformen in Betreuung mit einbezogen werden. Und hier kommt zum Beispiel die Telemedizin ins Spiel. Es gibt bereits viele Beispiele für deren sinnvollen Einsatz, wie die Übermittlung von z.B. Blutdruckwerten, so dass von Seiten des Hausarztes schnell reagiert werden kann. Auch eine „Sprechstunde“ des Hausarztes ist denkbar. Mache Fragen lassen sich so schnell beantworten und ersparen so viel Zeit. Telemedizin wird aber nicht den persönlichen Arzt – Patientenkontakt überflüssig machen. Die menschliche Zuwendung kann sie nicht ersetzen.

Herr Dr. Valeske – Sie als Mediziner sind sich bewusst was alles an Infrastruktur im Landkreis Limburg-Weilburg über Jahre liegengeblieben, gar fehlentwickelt wurde. Was wäre dies aus ihrer Sicht und wie würden sie dies als neuer Landrat ändern?

Ich bin nicht nur Mediziner, ich bin seit mehr als 30 Jahren auch Berufspendler – und stehe wie viele andere jeden Morgen und Abend im Stau. Das ist in unserem Landkreis ein riesiges Problem. Unsere Verkehrsachsen wie die A3, die B49 und die B8 sind chronisch überlastet. Der Ausbau kommt nur schleppend (im Falle der B8 überhaupt nicht) voran, bei Unfällen ertrinken die umliegenden Kommunen im Verkehr. Landkreis, Kommunen und Land sollten sich hier zusammenfinden und nach sinnvollen Lösungen suchen. Es gibt aber noch mehr Infrastruktur, die es auszubauen gilt. Alle Bürger unseres Landkreises müssen Zugang zu moderner, schneller Kommunikation haben. Das ist zur Zeit einfach noch nicht der Fall. Um da auf ihre vorige Frage zurückzukommen: Was nützt es wenn der Hausarzt moderne Telemedizin anbietet, moderne Kommunikation z.B. über W-Lan aber nicht vorhanden ist. Das passt doch nicht.

Herr Dr. Valeske – Sie haben selbst haben das Thema digitales Bürgerbüros angesprochen, für unsere Leser bedeutet dies Mobilität der besonderen Art – ohne großen Aufwand könnten die Menschen Dinge erledigen, bei denen sie heute noch analog in die einzelnen Rathäuser und Kreisverwaltung müssen. Das ist alles andere als Zeitgemäß, da darf man Dankbar nach vorne schauen, wenn sich jemand als Landratskandidat solchen Themen annimmt. Schildern sie den Menschen doch was man darunter verstehen kann?

Ein Beipiel: Um mich um das Amt des Landrates zu bewerben, brauchte ich eine sogenannte Wählbarkeitsbescheinigung, ausgestellt vom Einwohnermeldeamt. Um rechtzeitig bis zum Dienstschluss um 17.30Uhr dort zu sein musste ich also früh von meiner Arbeitsstelle losfahren. Nach Anstehen in einer längeren Schlange wurde ich gefragt, wo ich denn die Bescheinigung hätte. Die müsse ich mir selbst ausdrucken, ausfüllen und damit zum Standesamt zurückkommen. Ich also nach Hause, Bescheinigung am Computer ausdrucken, zurück zum Standesamt um gerade noch vor Dienstschluss den erforderlichen Stempel zu bekommen. Aufwand von Seiten des Standesamtes wenige Minuten, von meiner Seite (der des Kunden) mehrere Stunden. Ist das nötig? Ich meine: Nein.

Bei einer modernen Verwaltung muss es als zentrale Anlaufstelle ein Bürgerbüro geben, in dem der Bürger schnell und einfach seine Probleme lösen und seine Anliegen vortragen kann – ohne sich durch den Dschungel verschiedener Ämter und Zuständigkeiten zu kämpfen.
Es muss aber auch ein digitales Bürgerbüro geben, denn für viele Anliegen muss man nicht persönlich vorsprechen und persönlich einen Antrag abgeben. Ich hätte mein Formular auch zu Hause am Computer ausfüllen und dann einsenden können. Wieso muss ich dies persönlich tun? Das kostet nur Zeit .
Eine moderne Verwaltung muss dies besser können. Ein gut übersichtliche Homepage, bei der man rasch die erforderlichen Formulare findet und mit der Verwaltung kommunizieren kann ist heutzutage unverzichtbar. Ein digitales Bürgerbüro ein muss.

Herr Dr. Valeske – Unsere letzte Fragestellung ist etwas kompakter und fordert mehr von einem Kandidaten, einem möglichen Landrat im Landkreis Limburg-Weilburg. Aber genau dies erwartet der heutige Wähler von seinen Vertretern in der Kommune. Herr Dr. Valeske – Wie sehen sie persönlich die Gestaltungsfelder in der Digitalisierung bei Bildung, Mobilität, Verkehr, Verwaltung sowie Gesundheit und Pflege. Koordiniert und gegebenenfalls auch konsolidiert werden und somit einen möglichst großen Nutzen für die Gesellschaft zu erzielen?

Die angesprochenen Gestaltungsfelder sind die, in denen der Landkreis viel bewirken kann. Bildung, Mobilität, Verkehr, Verwaltung, Gesundheit und Pflege gestalten unser tägliches Leben. Die Digitalisierung dieser Bereiche, wird zu gewissen Änderungen führen, die unsere Leben meist einfacher machen wird. Wir müssen uns daher nicht vor der Digitalisierung unseres Lebens fürchten, sie ist vielmehr eine Chance unser Leben zu erleichtern.

Ich will das an einem Beispiel deutlich manchen. Der Bildung. Die Digitalisierung bedeutet hier nicht, dass jeder Schüler einen Computer bekommt, nur noch damit herumspielt und am Ende des Tages nicht mehr Lesen und Schreiben kann. In keinster Weise. Die Digitalisierung bedeutet, dass unsere Schüler modernste Materialien zur Verfügung gestellt bekommen um zu lernen sich in der Welt von Morgen zu bewegen. Der Zugang zu Informationen ist nicht mehr auf den Kauf einer Zeitung, auf das Ausleihen eines Buches aus der Schulbibliothek oder die Schulbücher selbst begrenzt. Die Schulen können nun über moderne Kommunikation Zugang zu buchstäblich unbegrenztem Wissen und Unterrichtsmöglichkeiten bieten. Dies ist die Welt von Morgen und das müssen die Kinder lernen. Dazu müssen wir ihnen die Mittel an die Hand geben. Durch die bestmögliche Ausstattung der Schulen, die auf dem modernsten Stand zu halten ist. Und damit erzielen wir auch den grösstmöglichen Nutzen für die Gesellschaft.

Herr Dr. Valeske – wir bedanken uns und waren erfreut ihre Antworten zum Projekt „Hessen wählen am 28. Oktober 2018“ doch noch erhalten zu haben!

Ihr / Euer

Frank F. König