ERKLÄRUNGSVERSUCH

Patientenwohl als ethischer Maßstab für das Krankenhaus

Deutscher Ethikrat

Patientenwohl als ethischer Maßstab für das Krankenhaus – Im April 2016 hat der Deutsche Ethikrat mit Sitz in Berlin die Stellungnahme zum Thema „Patientenwohl als ethischer Maßstab für das Krankenhaus“ herausgegeben.

Patientenwohl als ethischer Maßstab für das Krankenhaus

Ich möchte mich auf den Teil der Stellungnahme vom Deutschen Ethikrat beziehen, die sich mit der Thematik „Patienten mit Behinderungen“ beschäftigt. Patienten mit Behinderungen klagen häufig darüber, dass sie in Krankenhäusern entweder abgewiesen oder so wenig fachgerecht behandelt werden, dass sie in wohnortfernen Kliniken ausweichen müssen.

Darüber hinaus wird berichtet, dass viele Krankenhäuser unabhängig von den Selbstkompetenzen der Betroffenen die Begleitung durch eine weitere Person bei der Krankenhausaufnahme verlangen und keine Möglichkeit anbieten, vor der Aufnahme die entsprechende Station kennenzulernen, um notwendige Vorkehrungen für die Zeit des Aufenthaltes zu treffen. Eine systematische und angemessene Einschätzung der Selbstpflegefähigkeiten und spezifischen Unterstützungsbedarfe nach der Aufnahme werde oft unterlassen und führe sowohl zu einer teilweisen Überversorgung und entmündigenden Pflege als auch zu einer Unterversorgung durch Unterlassung notweniger Hilfe.

Deutscher Ethikrat
Grafik: Deutscher Ethikrat

In der Stellungnahme der ZEKO zur UN-Behindertenrechtskonvention heißt es: „Menschen mit Behinderung machen die Erfahrung, dass auf den zeitlichen Mehraufwand, den sie verursachen ungehalten reagiert wird“. Gerade bei längerem An- und Auskleiden oder besonderer Kommunikationshilfen. Für den Umgang mit Menschen mit Behinderung können die Prinzipien und Aussagen der UN-Behindertenrechtskonvention als Grundlage gelten. Die Konvention spricht den Menschen mit Behinderung nur die „gleiche“ Gesundheitsbehandlung wie nicht behinderten Menschen zu, sondern auch Gesundheitsleistungen, die von ihnen speziell wegen ihrer Behinderung benötigt werden, und Gesundheitsdienste, die ihrer „Habilitation und Rehabilitation“ dienen, um ein Höchstmaß an Unabhängigkeit sowie volle und gleichberechtigte Teilhabe zu erreichen.

Bei Lösungsansätzen muss berücksichtigt werden, dass Menschen mit Behinderungen bei einem stationären Krankenhausaufenthalt eine Pflege und Behandlung benötigen, die besondere Anforderungen an Pflegende wie Ärzte stellt. Die Ärztekammer Berlin plädiert in diesem Zusammenhang für ein „barrierefreies Krankenhaus“. Die baulichen Voraussetzungen sowie die Ausstattung mit technischen Hilfsmitteln entsprächen zwar in der Mehrzahl der Häuser weitgehend den Anforderungen an die Barrierefreiheit, es mangele aber an einer barrierefreien Kommunikation und an den Hilfssystemen, die vor allem Menschen mit Sinnesbehinderungen ein  Höchstmaß an Unabhängigkeit sowie die Wahrnehmung ihrer Eigenständigkeit und Selbstbestimmung während des Aufenthaltes im Krankenhaus ermöglichen.

So liegt bei allen beteiligten noch viel gemeinsame Arbeit vor uns!!!

Ich heiße Frank und blogge seit einigen Jahren unermüdlich hier in meinem Blog. Auf diesem Blog findet man viele Artikel zu Themen wie: Barrierefreiheit, Fotografie, Multiple Sklerose, Senioren, Kommunalpolitik und vieles mehr. Viel Spaß beim Stöbern! Weitere Informationen über meine Wenigkeit findet man auf meiner "Über mich" Seite.