Montag – Was für ein Tag

Montag – Was für ein Tag: Im Blog 18-554 beschreibe ich einen Tag, sowie einige Themen und Vorfälle der besonderen Art, einen typischen Montag eben…

Montag – Was für ein Tag

Bevor wir zum Montag kommen, verbleiben wir beim Mittwoch, dem Tag wo dieser Blog entstanden ist. Warum ist dies wichtig, oder wird überhaupt beschrieben? Dies möchte ich euch gerne im Einzelnen schildern. Insidern, ist bekannt mittwochs kommt die Putzfrau und der Frank muss mit seinem Rollstuhl die Wohnung verlassen. Alles war vorbeireitet, genau diesen Blog auf meinem iPad in einem Café meiner Wahl zu schreiben. Die Vorstellung auf einen warmen Tee erfreute mich sehr. Einige werden sagen, wie kein Café… ja dies kommt im Winter oder am Abend öfter mal bei mir vor. Cranberry- Sanddorn Tee, das ist meine bevorzugte Wahl, ich liebe diesen Geschmack einfach.

Montag – Was für ein Tag
Smart Keyboard defekt

Heute könnte etwas länger werden?

Wer bis zum Schluss im Blog dranbleiben möchte, sollte sich wie ich eventuell einen Espresso holen. Und ja, ich bin umgestiegen, am Morgen zum Frühstück Café, danach Tee, und jetzt Espresso und Wasser. Meine Laune an diesem Mittwoch ist nicht die beste, denn den Blog auf dem iPad zuschreiben war NICHT möglich. In den letzten Wochen hatte ich das zugehörige „Smart Keyboard“ zum iPad nicht oft genutzt. Und heute am Mittwoch tut sich nichts mehr, keine Eingabe möglich, keine Reaktion… auch nach einem empfohlenen Neustart des iPads, nichts. So wurden meine Pläne und Abläufe völlig auf den Kopf gestellt, bis zum Freitag habe ich ein straffes Programm an Arbeit, das so nicht mehr zu halten ist. Wichtige Dinge sind im Ablauf gestört und so werde ich meine Arbeiten nicht wie geplant abschließen können. Bei Termin Sachen echt blöd. Jeder andere würde sich neu ausrichten und einen alternativen Weg einschlagen um die Arbeiten Fristgerecht umzusetzen. Persönlich habe ich an dieser Stelle so meine Probleme, dies ist einfacher gesagt und so wenig Möglich bei mir. Wenn ich alleine an die Preise von solch einem „Smart Keyboard“ denke wird mir übel. Wie das immer so im Leben ist, ist die Garantie von 12 Monaten die Apple gewährt, ist im Mai 2018 abgelaufen. Da ich nicht gerne aufgebe, habe ich mir für morgen die Zusatzarbeit mit dem Apple Support und den Kontakt mal rausgesucht. Meine Nerven lassen einen Kontakt mit dem Support heute nicht mehr zu, lieber schreibe ich diesen Blog zu Ende, in der Hoffnung das ich mich wieder einkriegen kann?

Blicken wir zurück zum Montag

Nach dieser Vorgeschichte wird es Zeit auf den eigentlichen Blog zum Montag zu blicken. Denn dieser Tag hatte es für mich in sich. Einen Tag nach meinem 59. Geburtstag stand am Montag ab 18:30 Uhr die Vorbesprechung zur 23. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung in meinem Kalender. Nach kleineren Arbeiten am Vormittag bereitete ich mich auf die Vorbesprechung sowie die Sitzung vor. Ein wenig ausruhen und Kraft schöpfen könnte doch nicht schaden. Denn der Abend sollte lang werden, direkt nach der Sitzung und dem Einbringen des Haushaltsentwurf wurde die Einladung aller Stadtverordneten ausgesprochen sich auf einen Umtrunk im Bowlhouse zu treffen. Die Fraktionsvorsitzende der FDP, frisch in den Hessischen Landtag gewählt, sowie der neue Landrat, aktuelle noch der Stadtverordnetenvorsteher in Limburg, hatten eingeladen zu diesem Umtrunk. Aus meiner Erfahrung ist der ausgewählte Veranstaltungsort für Rollstuhlfahrer eher schwierig, sagen wir es mal so. Alle Stadtverordneten sollten ins Bowlhouse nach Limburg kommen, also direkt neben dem Rathaus. Das Bowlhouse im Untergeschoss der Stadthalle Limburg, auch unter dem Namen Josef-Kohlmaier-Halle Limburg bekannt ist für Rollstuhlfahrer im Normalfall nur über den Aufzug und Einfahrt der Tiefgarage der Stadthalle möglich. Aktuell wird dieses aber kernsaniert und der Aufzug ist wie der gesamte Zugang zur Tiefgarage gesperrt. Wie also mit dem Rollstuhl ins Bowlhouse kommen, eine gute Frage. Mir war es an dieser Stelle schon zu viel, denn jetzt musste kommen was mich extrem nervt. Was dies war und wie die Sache gelaufen ist, dies möchte ich euch im nachfolgenden Absatz näherbringen.

Sonderbehandlung – Nein Danke

Kürzen wir das ein oder andere ab, denn sonst wird es auch mir zulange. Die 23. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung endete um 21:46 Uhr, dies ist mir noch im Ohr, da mein Tischnachbar den Stadtverordnetenvorsteher korrigierte, den dieser gab die Zeit 21:50 Uhr an. Die Zeit und Zeitangaben spielen später noch eine aktive Rolle an diesem Montagabend. Zu der gesamten Stadthalle und Zugänglichkeit habe ich in der Vergangenheit einen Blog geschrieben wie es um die Zugänglichkeit für Mobilitäts- eingeschränkte Personen bestellt ist. Deshalb war mir auch keine Möglichkeit bekannt die offiziell für jeden Nutzbar wäre. Also ohne Sonderbehandlung. Ich erhielt die Mitteilung, es gibt für dich eine Zugangsmöglichkeit, bevor ich nachfragen konnte, war mein Gegenüber schon weiter und rief mir zu – lass dich überaschen. O.k. dachte ich mir, da bin ich ja mal gespannt. Ein städtischer Mitarbeiter aus dem Körperschaftsbüro hätte alles dankenswerterweise geklärt. Sonderrollen liegen mir fern und sind von mir nicht favorisiert. So fuhr ich mit anderen im Aufzug des Rathauses Richtung Ausgang, dem Barrierefreien Ein- und Ausgang des Limburger Rathauses. Es regnete in Strömen, na toll und wie geht es jetzt weiter. Den besagten Mitarbeiter hatte ich schon direkt nach Sitzungsende gegen 21:50 Uhr gefragt und die Antwort erhalten, das klären wir gleich.

Zeitgefühl – Schall und Rauch bei Regen

21:55 Uhr ich war mit den anderen angekommen und stand im Rollstuhl unter dem Vordach, da es immer noch regnete. Verwundert hatte mich die Aussage nach dem Weg und der Antwort, das klären wir gleich. Durch den Regen war es kalt, ich spürte wie die Feuchtigkeit von den Füßen an, an mir hochstieg. Schmerzen, die man so nicht gebrauchen kann. Leicht genervt dachte ich mir, was für ein Geheimnis will man denn hier lüften, vor allem WANN? Der Regen wurde stärker und stärker, aber immer noch gab es für mich keine Info wie es weitergehen soll. Ein Stadtverordneter nach dem anderen war in zwischen im Bowlhouse wohl angekommen, ich stand noch immer an gleicher Stelle unter dem Vordach des Rathauses. Genervt zwecks der Situation und dem Wissen, das es eigentlich keinen Zugang geben würde, machten sich meine Schmerzen hingegen immer tiefer bemerkbar. Zeit um mal auf die Uhr zu schauen, wir hatten 22.10 Uhr, mein Gedanke war… ist dies um 22.15 Uhr immer noch so, bin ich weg. Meine Laune aufgrund der zunehmenden Schmerzen war im Keller angekommen, genau da wo ich eigentlich hinsollte. Ein Zeichen des städtischen Mitarbeiters aus dem Körperschaftsbüro gab es nicht, es ging immer noch nicht weiter. Auf Nachfrage erhielt ich immer noch keine genauen Angaben wie und wo es weitergehen sollte. Es begann eine Diskussion, die so keiner braucht… ein Wort gab das andere und ich durfte mir aus den verbliebenen Menschen anhören, sei doch dankbar das er dies alles ermöglicht.

Ermöglichen, Spinne ich jetzt?

Zeit zum Luft holen, keiner braucht hier eine Sonderlösung. Nur eine Angabe was geht, ich wollte mich bei dem Regen nur orientieren, mehr nicht. Weitere fünf Minuten später gab es die erhoffte Aussage wohin ich fahren sollte. Es ging neben dem Haupteingang unten zur Stadthalle eine Tür auf, direkt dahinter eine weitere Tür, die des Aufzuges. (Nicht öffentlich also, sprich Sonderrolle) Das Atmen sollte man einstellen, denn es handelte sich um ein Lasten bzw. Küchenaufzug. Pommes Fett und Co. macht sich breit und meine Nase verspürte direkt Lust… jetzt nur nicht atmen. Der Fettgeruch fand an den Wänden seine Fortsetzung, alles sehr unangenehm sage ich euch. Meine Gedanken noch positiv gestimmt, warum auch immer nach diesem Theater, es ging runter in einen Küchenflur weiter in Richtung Bowlhouse. Licht war im halbdunklem zuerkennen, eine Tür noch und ich war am Ziel, so mein Gedanke.

Montag – Was für ein Tag
Sonderbehandlung – Nein Danke

Durch die Tür gefahren und zack war ich gefangen, ein Fadenvorhang hatte sich in meinen Rädern des Rollstuhls verfangen. Toll, und jetzt? Kennt ihr diese Fadenvorhänge, der helle Wahnsinn, wenn diese erstmal in den Speichen der Räder hängen.

Von vorne kamen die ersten Sprüche, kommst du auch schon, eigentlich hätte ich direkt umdrehen sollen. Aber zuvor musste ich den Fadenvorhang aus meinen Rädern loswerden. Menschen fing an ihre Stühle zu rücken, denn das Bowlhouse war gut gefüllt und eng. Nach einigen weiteren Sprüchen sah ich mir bekannte Menschen und war froh aus dem Regen und der Feuchte angekommen zu sein. Jetzt ein alkoholfreies Weizenbier und ich wäre glücklich, so mein Gedanke. Es hieß es sollte für jeden zwei kostenfreie Getränke geben… ich wollte eigentlich überhaupt keins mehr, aber ich dachte komm, ein Getränk geht und dann ab Richtung nach Hause. 

Die Bedienung vom Bowlhouse hatte echt etwas zu tun, waren doch einige schon bei Getränk Nummer zwei. Die Tische vorne waren besetzt und kamen somit für mich im Rollstuhl nicht in Frage, also weiter nach vorne. Alles steht an der Theke, na toll – richtig gut, wenn man sich unterhalten möchte. Meine Kollegin aus der Fraktion bekam dies mit und holte sich einen Stuhl und setze sich direkt neben mich. Sie kennt das, da im Umfeld ebenfalls ein Rollstuhlfahrer ist. Dies half mir, mich etwas zu beruhigen und nicht an die Schmerzen bzw. an meine Füße zu denken – diese waren voller Spastik und Krämpfe denn es war schon 22:25 Uhr. So hatte ich also von Start um 21:50 Uhr bis 22:25 – 35. Minuten benötigt.

Zur Aufklärung für euch, nicht mal drei Minuten braucht es eigentlich ums ans Ziel im Bowlhouse zu gelangen.

Meine Kollegin meinte zu mir, komm lass uns an den Tisch fahren, dann können wir etwas trinken, wenn es dann mal ankommt, also das Bier. Gesagt getan, auch die Getränke fanden ihren Weg zu uns, genau wie ein Vertreter der Grünen Fraktion, der das Gespräch suchte. So habe ich mich mit beiden noch etwas unterhalten, mein alkoholfreies Weizenbier getrunken und auf Zwischenrufe: Hast du dich wieder eingekriegt, nicht reagiert. Es war an der Zeit sich aus der kleinen Runde zu verabschieden, so gab es noch ein kurzes Gespräch mit dem Stadtverordnetenvorsteher und ich suchte das Weite. Er meinte nur; Mensch du schaust echt fertig aus, kann ich dir helfen? Endlich, mal einer der mit einem Blick erkannte was los war!

Leider viel der Regen immer noch vom Himmel und erschwerte meine Fahrt nach Hause. Auf die Baustellen, Müllbehältnisse und sonstiges möchte ich jetzt nicht weiter eingehen – denn der Abend war erlebnisreich genug und ich wollte nur noch ins Bett. Dies gelang mir dank der Hilfe meiner Frau wie so oft in aller Routine, und zwar ohne weitere Probleme. Sie sah mir an, was ich wohl erlebt haben musste und brachte mir nach kurzer Zeit einen Espresso und sagte: Trink den mal in Ruhe und versuche das zu vergessen. Ich sehe was mit dir los ist. Dies nahm ich mehr als dankbar an und war froh in gewohnter Umgebung zu sein. 

Mein Fazit

Zukünftig fahre / gehe ich nur noch dahin wo sichergestellt ist, das ich „SELBSTBESTIMMT“ bin. Alles andere möchte ich keinem zumuten, denn es kostet mich nur unnötige Ressourcen. Sorry – das war in Summe etwas länger als geplant. Da hilft dann auch kein Espresso mehr. Wer bis zum Ende durchgehalten hat, Respekt. Es war mir wichtig, dies Mal so unverblümt aufzuzeigen, offen und ehrlich wie ich auch im Leben bin. Meine Frau sagte nach dem Lesen, deinen Unmut sollen die Menschen ruhig lesen, denn es zu erleben ist noch mal etwas anderes, vor allem mit deinen Schmerzen. Gut, dies ist das Subjektiv, aber auch ehrlich! 

Profilbild von Frank F.  König
Frank F. König

Über Frank: Frank ist Rollstuhlfahrer, Blogger, Fotograf, Stadtverordneter, Rolli-Coach, Ehemann, Papa, Opa, Kaffeeiker und Hesse. Mehr muss man eigentlich nicht Wissen. ♿️

Frank F. König

Manche werden denken: Noch so ein Blog. Themenvielfalt und "Barrierefreie Ausblicke in Wort und Bild" wird angekündigt. Das stimmt. Aber im Verhältnis der Menschen bleiben sehr viele Geschichten, Gefühle und Meinungen auf der Strecke. Der Alltag hat uns fest im Griff. Dieser Blog ist der Versuch, diese vielen Kleinode dem Vergessen zu entreißen. (Kleinod ist ein altes deutsches Wort für ein Schmuckstück. Heute wird es im übertragenen Sinne als Kostbarkeit eingesetzt.)

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