Lebensqualität durch Hilfsmittel II.

Lebensqualität durch Hilfsmittel II. – Da sind wir wieder zum Thema Leben mit Hilfsmittel, heute haben wir Teil II. im Gepäck. Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, dem werden wir unten im Blogpost den ersten Teil „Lebensqualität durch Hilfsmittel“ verlinkt – also viel Spaß beim lesen…

Lebensqualität durch Hilfsmittel II.

Wie versprochen hier der Link zum ersten Teil „Lebensqualität durch Hilfsmittel“ – Was mit Hilfsmitteln, sprich unterschiedlichen Rollstühlen und entsprechenden Zubehör erleben kann ist schon erstaunlich. Steigen wir in das Thema Hilfsmittel wieder aktiv ein: Unterschiedliche Rollstühle, habe ich schon sehr viele gefahren, ebenso unterschiedlich sind meine Erfahrungen damit. Besondere Vorlieben an Herstellern und Modellen habe ich weniger. Mal sehen ob ich die Historie noch zusammenbekomme?

Sopur – Essay 300

Mein erster Rolli – viel zu Groß zu meinem damaligen Körper. Die erste Fahrt mit diesem Rollstuhl war auf einer Beerdigung – ja ihr habt richtig gelesen. Nach dem sogenannten anpassen direkt auf eine Beerdigung, es passierte was passieren musste. Beim Bergabfahren mit meinem neuen Sopur Easy 300 fiel ich aus dem Rollstuhl. Fehlende Rumpfstabilität waren die Ursache, peinlich sage ich euch. Näher möchte ich nicht auf diesen Vorfall eingehen, nur so viel, dieser Rollstuhl (eine Fehlanpassung) ging zurück an die Krankenkasse und ein anderes Unternehmen versorgte mich mit einem passenden Rollstuhl. Dieser war über einen langen Zeitraum angepasst an meine Behinderungen und Körperlichkeit.

  • Otto Bock – Voyager Aktiv-Starrrahmen-Rollstuhl
  • Otto Bock – Avantgarde mit Federung
  • Meyra – x3 Aktivrollstuhl
  • Meyra – x1 Aktivrollstuhl
  • Sopur – Essay 300
  • Sopur – Argon2

Je nach Sitzbreite und Modell waren diese Rollstühle ab dem Jahr 1993 auf unterschiedliche Art meine Hilfsmittel in Sachen Mobilität. Einige Antriebe z.B. von Alber (e-fix und e-motion als Restkraft unterstützende Greifreifenantrieb) bis hin zu zwei Handbikes von Praschberger rundeten diese Art Mobilität ab. In meiner Zeit als aktiver im Rollstuhlbasketball der RSG Koblenz e.V. gab es noch einen Sportrollstuhl, sehr beweglich war dieses Gerät (Rollstuhl) – zu AKTIV für meine Erkrankungen, denn keine zwei Jahre konnte ich diesen Sport im Ansatz ausüben.

Elektrorollstühle und E-Scooter

In Sachen E- Hilfsmittel sind meine Erfahrung ebenfalls sehr aktiv ausgeprägt. Von MEGA starken E-Rollstühlen bis hin zu einigen E-Scootern habe ich einiges gefahren und auch wieder erlebt. So zeigte mir einer dieser E-Rollstühle was es bedeuten kann mit der Schlaufe am Ärmel der Lederjacke im Joystick hängenzubleiben, vor allem aber, welche Folgen dies in einem Warenhaus der Porzellanabteilung haben kann. Mehr wollt ihr nicht Wissen, wie gut das dies in einer Zeit passierte, in dem es weniger Möglich war ein Smartphone einzusetzen. Dies ist einer der Hauptgründe warum ich keine E-Hilfsmittel mehr mit beschriebenen Joystick verwende. Die kann fahren wer möchte, ich nicht mehr, denn der E-Stuhl war einer mit besonderer Kraft 15 km/h – Power pur!

Poolbillard aus dem Rollstuhl

Lebensqualität durch Hilfsmittel II.
Ja, das bin wirklich ich – Weihnachten 1996, unsere Tochter war gerade wenige Monate alt.

Zu den Zeiten als Poolbillardspieler im Rollstuhl gab es eine Besonderheit am meinem damaligen Sopur Essay 300. Das Rückenteil, löste man die zwei Hülsen nach oben, so konnte man den Rücken um 1/3 umklappen. Bei den Deutschen Meisterschaften im Poolbillard 8 Ball machte mir meine MS (Multiple Sklerose) die meisten Probleme. Bei einer Spielzeit vom Morgens an, im Halbfinale am Abend war mein Körper durch, sprich nicht mehr Leistungsfähig mit Blick zum Finale. So durfte ich mich mit Platz 3 (drei!) bei den Deutschen Meisterschaften in Backnang, die Hochburg im Behindertensport in den 90er-Jahren glücklich schätzen. Leider haben wir kaum Bildmaterial aus dieser Zeit, ein Bild mit unserer Tochter aus dem Jahr 1996 konnten wir noch entdecken. Den Speichenschutz bei den Antriebsrädern habe ich damals extra im Airbrush gestalten lassen. Ebenso wie die Billardkugeln, 8 und 9 als Kopf für die Bremshebel – leider sind die auf diesem Rolli nicht mehr vorhanden.

Lebensqualität durch Hilfsmittel – genau diese ist gegeben denn all dies hätte ich so ohne diese Hilfsmittel nie erleben können. Wie man sich der Sache stellt ist ein wichtiger Faktor. So wird dieser Blog wohl einen dritten Teil erhalten, denn es gibt noch einiges aus meinem Leben und den Hilfsmittel zu erzählen…

Ihr / Euer

Frank F. König

 

Frank F. König

Manche werden denken: Noch so ein Blog. Themenvielfalt und "Barrierefreie Ausblicke in Wort und Bild" wird angekündigt. Das stimmt. Aber im Verhältnis der Menschen bleiben sehr viele Geschichten, Gefühle und Meinungen auf der Strecke. Der Alltag hat uns fest im Griff. Dieser Blog ist der Versuch, diese vielen Kleinode dem Vergessen zu entreißen. (Kleinod ist ein altes deutsches Wort für ein Schmuckstück. Heute wird es im übertragenen Sinne als Kostbarkeit eingesetzt.)