In meinem Rollstuhl bin ich ein Störfaktor

In meinem Rollstuhl bin ich ein Störfaktor – Im Schatten stehen ist weniger mein Fall. Ein Fingerzeig wie auf dem Bild zuerkennen, voranzufahren, einfach aktiv sein und Dinge klar zu benennen das bin ich.

In meinem Rollstuhl bin ich ein Störfaktor

Mobilität ist für Rollstuhlfahrer ebenso wichtig wie für jeden anderen Menschen auch. Mit dem Rollstuhl durch die Stadt – ein Parcours voller Hindernisse. Der Grundgedanke das ein Rollstuhl, Menschen mit Einschränkungen in seiner persönlichen Mobilität wieder mehr Mobilität sichern soll ist soweit Theorie würde ich sagen. Aber wie schaut das in der Praxis aus, sprich in der Wirklichkeit?

Wie sieht der Alltag aus, zum Beispiel beim Einkaufen, dem Kinobesuch, im ÖPNV also Bus und Bahn, ein Selbstversuch dachte schon der heutige Bürgermeister aus Limburg Dr. M. Hahn und machte sich im Wahlkampf mit mir auf den Weg. Schnell konnte er bei diesem Selbstversuch feststellen, Geld abheben kann zu einem Problem werden. Nur eines sei gesagt bei mir und allen anderen Rollstuhlfahrern ist dies kein Selbstversuch bei dem wir wieder zurück in den Alltag ohne Barrieren zurückkehren können. Nein, im Gegenteil wie leben mit diesen Gegebenheiten Tag für Tag.

Kann man sagen DVD statt Kino?

In vielen Fällen ja, das Kino in Limburg ist nicht barrierefrei gebaut und umgesetzt worden. Jahre über Jahre in dem man entschieden hat wir lassen das Kino in der Innenstadt, aber eben nicht für jeden zugänglich. Die Personen beim Tages Geschäft geben sich mühe, helfen wo es nur geht. Schön ist vor allem, die Mitarbeiter sind offen und sehr freundlich. Stufen über Stufen sind zu überwinden, außer bei Kino 4 (vier!) da besteht die Möglichkeit von außen einzufahren. Die neuen Stellplätze für Rollstuhlfahrer in den Kinos finde ich persönlich nicht gelungen, denn sie setzen ein falsches Signal. Wenn schon das Aufsuchen solche speziellen Stellplätze ein Problem ist.

Essen gehen, einen Café mit Freunden trinken

All dies ist in Limburg sehr oft ein großes Problem. An vielen Stellen bleibt man trotz gegebener Zugänglichkeit außen vor. Wer schon mal versucht hat eine Veranstaltung mit mehreren Rollstuhlfahrern – zum Beispiel in der Stadthalle zu besuchen, der lernt das Thema Brandschutz Neu kennen. An vielen Orten in Deutschland dürfen Rollstuhlfahrer und ihre Begleitung nicht frei eine Veranstaltung gemeinsam erleben. Hier wird klar, dass Rollstuhlfahrer ein Störfaktor sind – sei es bei dem Thema Sicherheit und Brandschutz.

Wie könnte eine Lösung aussehen?

Eine klare Kommunikation wäre ein fester Bestandteil, aufbauend mit Plätzen wo dies Sicher möglich ist. Nicht nach dem Motto, da haben wir am Rand noch einen Platz frei für einen Rollstuhlfahrer. Wie so oft und bisher nicht möglich, ein Besuch als Familie bei Veranstaltungen. Als Rollstuhlfahrer mit Begleitung gibt es oft einen Platz, aber wenn man wie wir noch eine Tochter, Sohn oder gar ein Enkelkind mitnehmen möchte dann sitzt man nicht zusammen. Ein Mega Familienausflug oder nicht? Dies soll die Welt eines Rollstuhlfahrers aufzeigen. Nicht mehr und nicht weniger…

Ihr / Euer

Frank F. König

Frank F. König

Manche werden denken: Noch so ein Blog. Themenvielfalt und "Barrierefreie Ausblicke in Wort und Bild" wird angekündigt. Das stimmt. Aber im Verhältnis der Menschen bleiben sehr viele Geschichten, Gefühle und Meinungen auf der Strecke. Der Alltag hat uns fest im Griff. Dieser Blog ist der Versuch, diese vielen Kleinode dem Vergessen zu entreißen. (Kleinod ist ein altes deutsches Wort für ein Schmuckstück. Heute wird es im übertragenen Sinne als Kostbarkeit eingesetzt.)

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