Grenzverletzungen – Was ist das?

Im Blog 18-558 geht es um ein sehr spezielles Thema, selbst habe ich solche Grenzverletzungen in den letzten Wochen wiederholt erleben müssen. Oder müsste ich schreiben dürfen?

Grenzverletzungen – Was ist das?

Am Mittwoch nach einer Veranstaltung brachte eine eher zufällige Aktion das Thema zurück in meinen Kopf. Mir war spontan bewusst, du hast doch einen Blog zum Thema angefangen, Zeit um diesen zu Ende zu bringen. 

Was war geschehen?

Mit Hilfe meiner Frau und meinem Gehstock bewegte ich mich die drei Stufen nach unten um im Anschluss wieder in meinem Rollstuhl zu sitzen. Mit uns auf dem Weg zum Auto, eine Frau von der Presse die spontan ihre Hilfe angeboten hatte. Vorbildlich, zurückhalten und freundlich ergriff Sie das Wort. Da ich in dieser Woche mit meinem Körper so mein persönliches „Battle“ führe lehnte ich vorschnell ab. Eigentlich mehr als vorschnell, was mich im Nachhinein selbst geärgert hat. Waren es doch meine Bandscheiben, die mich schon leicht zwickten. Und heute am Donnerstag sind wir schon über den Status des Zwickens weit hinaus. Nochmals die Frau von der Presse sehe ich öfter und Sie hat eine angenehme Art mit mir als Menschen im Rollstuhl umzugehen.

Zurück zum Thema Grenzverletzungen

Bleiben wir im Blog bei der Rollstuhlfahrerperspektive – Ich kenne Rollstuhlfahrer, die sehr empfindlich reagieren, wenn sich jemand ungefragt an die Schiebegriffe ihres Rollstuhls stützt oder gar den Rollstuhl schiebt. Dies stellt ungefragt für mich eine Grenzverletzung dar. Mit welchem Grund sollte ich Menschen erlauben mich ungefragt mal von A nach B zu schieben – oder als Stütze fungieren. Sollte jemand Müde sein, Hilfe benötigen hat dieser einen Mund und könnte unteranderem mit mir persönlich kommunizieren, bestenfalls sich in sein Bett legen und schlafen. Aber mich getrost in Ruhe lassen! 

Ist solch ein Gedanke egoistisch?

Das wäre mir in diesem Fall egal, hier habe ich ein eindeutiges Problem mit Fußgängern. Eines vorab, nicht jedes Mal habe ich die Absicht meine Ansichten in den Ring zu werfen, jede Diskussion dazu ist zwecklos und wenig zielführend. So kann sich ein Abend, ein Tag oder Ereignisse schon mal schwierig gestalten. Auch der Spruch, jetzt Stelle dich nicht so an – es tut doch keinem weh. Doch mir, denn ich fühle mich belästig und genötigt. Und auch bei Rollstuhlfahrern ist ein NEIN ein NEIN – keine Option für vielleicht. Denn jede Frau versteht ein Nein ebenfalls als Nein!

Sorry das ich so persönlich werde…

Dies ist nicht jedermanns Sache, wenn ich so offen, bzw. persönlich werde und Dinge sowie Missstände klar anspreche. Nur soll es einfach die Situation beschreiben wie sich so etwas anfühlt. Diese Grenzverletzungen könnte man noch deutlich weiterfassen und ausführen, mir ging es heute um Aufklärung und werbe mit diesem Blog für Verständnis und Rücksichtnahme.

Über Frank: Frank ist Rollstuhlfahrer, Blogger, Fotograf, Stadtverordneter, Rolli-Coach, Ehemann, Papa, Opa, Kaffeeiker und Hesse. Mehr muss man eigentlich nicht Wissen. ♿️

Profilbild von Frank F.  König
Frank F. König

Frank F. König

Manche werden denken: Noch so ein Blog. Themenvielfalt und "Barrierefreie Ausblicke in Wort und Bild" wird angekündigt. Das stimmt. Aber im Verhältnis der Menschen bleiben sehr viele Geschichten, Gefühle und Meinungen auf der Strecke. Der Alltag hat uns fest im Griff. Dieser Blog ist der Versuch, diese vielen Kleinode dem Vergessen zu entreißen. (Kleinod ist ein altes deutsches Wort für ein Schmuckstück. Heute wird es im übertragenen Sinne als Kostbarkeit eingesetzt.)

Ein Gedanke zu „Grenzverletzungen – Was ist das?

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