ALLTAG

Gespräche auf Augenhöhe?

Photo: Frank F. König

Gespräche auf Augenhöhe? – In meinem Leben ergeben sich fast täglich interessante Aspekte – immer und immer wieder gibt es Gespräche und Situationen, wenn ich so genannt on Tour bin.

Oft wiederholen sich Gegebenheiten im Alltag, oder im Gespräch mit unterschiedlichen Menschen.

Der Perspektivwechsel ist Faktisch eine Soziale Verantwortung geworden, nicht nur für mich als Person. Gut gefällt mir, wenn der Rollstuhl nicht direkt im Vordergrund innerhalb der Unterhaltung steht. Bin ich ein Botschafter in Sachen Barrierefreiheit – dies ist eine Frage die mich schon länger beschäftigt. Anfänglich dachte ich dies selbst.

So kam ich zu der Fragestellung: Ist es Wort wörtlich „von oben herab“ wenn eine stehende Person mit einem Rollstuhlfahrer (sitzend) ein Gespräch führt?

Faktisch ist es ein Gespräche auf Augenhöhe, zwischen stehender Person und Rollstuhlfahrer?

Um es aus meiner Sicht vorweg zunehmen, es ist für mich eine Sache der Höflichkeit. Ansonsten wird dies von beiden Seiten sehr unterschiedlich gesehen. So habe ich über einen Zeitraum von „DREI“ Monaten meine Erhebung von 100 Gesprächen und Menschen folgendes Ergebnis.

Photo: Frank F. König
Gespräch- und Austausch auf Augenhöhe.

Von 100 Menschen haben sich im Gespräch mit meiner Person genau „ZWEI“ auf Augenhöhe begeben. Dies ist nicht als Vorwurf einzuordnen – darum geht in in meiner Erhebung nicht.

Mein Gedanken zum diesem Thema und Selbstversuch dienen einzig der Pragmatisierung von Menschen mit Behinderung, die ihre Lage akzeptieren sollen. Also, in einem Gespräch, es keinen Unterschied macht zwischen einen stehenden und sitzenden Menschen. Höflichkeit hin oder her!

Die Anschlussfrage aus meiner Sicht wäre, wenn ich nach kurzer Zeit solch ein Gespräch abbrechen würde?

Ist es ein Menschenbild aus Aspekten wie Abhängigkeit, Fragilität oder die Verletzbarkeit von Menschen mit Behinderungen, im Gespräch gefühlt nicht auf Augenhöhe zu sein. Persönlich kann ich ausführen, es liegt an der Schädigung des Körpers durch die Auswirkungen meiner unterschiedlichen Erkrankungen. Stetig den Körper aufrecht zuhalten und nach oben Richtung Gesprächspartner zu schauen. Alles ist höchst komplex, die unterschiedlichen körperlichen und kognitiven Merkmalen meiner Einschränkungen so mit sich bringen. Ich freue mich, über die wenigen Menschen, die sich Gedanken machen ein Gespräch (Körperlich) mit mir auf Augenhöhe zuführen. Hier wird die Höflichkeit, mit einem hohen Faktor an Respekt von mir honoriert.

Die Tage brachte man mir, beide Sitzenden, entgegen das Thema Barrierefreiheit nicht stetig in den Vordergrund meiner Arbeit und Berichterstattung zu stellen. Ich nahm dieses Aussage Dankbar auf und machte mir in der Nachbetrachtung so meine Gedanken. Denn dass reflektieren meiner täglichen Arbeit ist wichtig, also keine Reduzierung meiner Ansicht als Differenzmerkmal anzunehmen.

Ein stetiges wiederholen ist tatsächlich kontraproduktiv im Leben, dies kennen wir alle auch aus dem privaten Bereich. Nur, geht es nicht darum Sachstände die seit Jahren und Jahrzehnten kaum eine Rolle spielten jetzt in einem Zeitraum von „Eins bis Zwei Jahren“ aufzuarbeiten – Nein, das ist es nicht!

Gleiches findet seine Gültigkeit für Aussagen: Dies Thema findet sich ja überall wieder, ja dem ist so. Dafür gibt es Gründe, die UN-Behindertenrechtskonvention feierte im Dezember 2016 ihren 10. Geburtstag.

Inklusion – Das Wort dass heute fast täglich in allen Medien zu lesen und zu hören ist.

In der Behindertenrechtskonvention geht es nicht mehr um die Integration von „Ausgegrenzten“, sondern darum, von vornherein allen Menschen die uneingeschränkte Teilnahme an allen Aktivitäten möglich zu machen. Inklusion – Nicht das von vornherein negative Verständnis von Behinderung soll Normalität sein, sondern ein gemeinsames Leben aller Menschen mit und ohne Behinderungen.

Abschließend möchte ich damit zum Ausdruck bringen, dass „Normalität“ täglich unter uns Menschen stattfindet sollte, somit auch diese Thematik. Ein separieren der Regionalen Barrierefreiheit in Limburg ist somit ausgeschlossen, da es längst im Alltag angekommen ist!

Ihr Frank F. König

Mein Vorname ist Frank F. und ich blogge seit einigen Jahren unermüdlich hier auf meinem Blog. Dieser Blog ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Somit wünsche ich viel Spaß beim Stöbern! Ein Kompromiss ist ein guter Schirm, aber ein schlechtes Dach.