Geschichten aus der Stadt 7
Kurz und Knapp

Geschichten aus der Stadt 7

👨🏻‍💻 BLOG 19-794: Geschichten aus der Stadt 7 – Heute geht es weniger um ein Abenteuer als um etwas Trauriges was mich sehr berührt hatte. Es geht um einen kleinen Jungen im Rollstuhl…

Geschichten aus der Stadt 7

In der Limburger WERKStadt gab es eine Zeitlang eine Art Glücksrad – wer mit seinem Kassenbeleg ans Glücksrad kam und einen bestimmten Punkt traf, bekam die Summe auf dem Beleg erstattet. Eine Aktion zu 10 Jahre WERKStadt in Limburg. Zugegeben ich war etwas genervt, wiederholt finden solche Aktionen statt ohne das man mitwirken könnte – abgesehen davon ob man dies jetzt wollte, oder nicht! Aufgefallen war mir ein Junge im Rollstuhl – er war traurig und genervt zugleich. Warum, dies war mir zu Beginn nicht ersichtlich. Er nörgelte vor sich hin und wollte seiner Mutter nicht folgen, geschweige zuhören. An der Großen Einkaufstasche erkannte ich dann wo er im Vorfeld war.

In der WERKStadt gibt es einen Mega Spielwarenladen. Somit sollte er doch Glücklich sein, so mein erster Gedanke. Dann bekam ich entscheidendes mit: Er wollte ebenfalls mit seinem Beleg am Glücksrad drehen und sein Glück versuchen. Nichts half bis die Mutter entnervt mit dem Jungen weiterzog. Dies war alles andere als ein Abenteuer, der Junge im Rolli war enttäuscht und hatte so eben das Leben kennengelernt. Genau auf diese Weise wie es hätte nicht sein müssen!

Geschichten aus der Stadt 7
Nicht für Rollstuhlfahrer

Slalom Fahren in der Fußgängerzone

In der Grabenstraße ist die Querung erst kurz Saniert und für Sehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer gut ausgebaut. Also alles Paletti? Im Gegenteil, wer sich das Beispielfoto einen Moment länger anschaut kann feststellen, als Rollstuhlfahrer muss man schon Slalom fahren, um sicher die vorhandene Querung für Rollstuhlfahrer zu nutzen. Nicht nur Rollstuhlfahrer, auch Eltern mit Kinderwagen geht es kaum besser. Sich stetig, gerade am Samstag durch die Fußgänger zu bewegen nervt einfach alle beteiligten.

Slalom Fahren in der Fußgängerzone
Slalom Fahren in der Fußgängerzone

Titelbild zum Blog

Unser heutiges Titelbild wird nur selten so wahrgenommen, es befindet sich in Limburg direkt auf der Plötze. Ein Stadtplan aus Bronze von der Limburger Altstadt.

Geschichten aus der Stadt 7
Alte Lahnbrücke

Diese Perspektive ist einfach nur schön. So kommen alle Details von diesem Ausschnitt mal richtig rüber. Es wird so vieles Sichtbar was sonst verborgen geblieben wäre. Eben Stadtgeschichten aus der Stadt.

3 Kommentare zu “Geschichten aus der Stadt 7

  1. Guten Tag Herr Keller!

    Eines vorab, die Aktion ist wenig gut gelaufen und gerade ich persönlich zeige sehr gerne „ALLE“ Richtung auf. Wenn jeder etwas im Leben beiträgt ist uns allen geholfen – diesmal als Pauschalaussage. An vielen Stellen gibt es gerade in Limburg Möglichkeiten der Verbesserung – dieses Beispiel zeigt deutlich auf wo Probleme sind. Keine Baulichkeit oder Stufe ist das Problem – nein der Gedanke. Ich drücke das mal an dieser Stelle mit: Design for all aus.

    Selbstverständlich berichte ich in meinem Blog auch positiv, da ich gerne mit Beispielen arbeite nehme ich mal stellvertretend zwei Beiträge aus meinem Blog, in denen die zur WERKStadt eine Rolle spielt – ich denke dies passt ganz gut!

    Im Juni 2016 erhielt ich den Auftrag, mir von Frank die Werkstadt zeigen zu lassen mit dem Thema Barrierefreiheit im Hinterkopf.

    https://www.koenig-limburg.de/news/gastbeitrag-von-heike-lachnit/

    190817 BILD DER WOCHE – Dieses Bild wurde in der Limburger WERKStadt von mir aufgenommen. Was es für mich so besonders macht ist das Licht in Verbindung mit der Spiegelung. Ein Bild das Geduld vom Betrachter einfordert – also nichts für den schnell Blick. Nein, das ist unser „190817 BILD DER WOCHE“ nicht!

    https://www.koenig-limburg.de/news/190817-bild-der-woche/

    Gerne stehe ich für den Austausch in der Sache zur Verfügung – denn hier liegt eine stärke von mir. Dinge aufzuzeigen und ebenfalls zu besprechen – Herr Kremer kennt meine Einstellung sowie Arbeit sehr gut, der gerne bei einem Gespräch dazukommen kann – sofern dies von allen so gewünscht wird?

    Beste Grüße aus Limburg a.d. Lahn
    Frank F. König

  2. TREPPE AM GLÜXRAD-PODEST … meine Frau betreibt seit nunmehr 25 Jahren eine Boutique für Damenmode. Erst in Hachenburg, später in der Limburger Altstadt bevor sie sich bewusst und aus Überzeugung für den Umzug in die WERKStadt entschied. Ich möchte kurz schildern warum. Trotz, dem für Touristen sehr interessanten und kurzweiligen Ambiente der Altstadt, bestehen dort für den Einzelhandel große Probleme. Die Einzelhändler selbst sind kaum in der Lage diese meist strukturellen Probleme aus eigener Kraft zu lösen. Von offizieller Stelle (Stadt und Stadtverwaltung) ist nur wenig Unterstützung zu erwarten. Tauchen strukturelle Probleme in der Öffentlichkeit auf oder werden diesbezügliche Themen im social media angesprochen, geschieht das meist ausschließlich als Beschwerde und/oder Kritik ohne dabei zu unterstützen, eine Verbesserung zu befördern und vor allem die Außenwirkung unserer Stadt im Blick zu behalten. Mit diesem doch eher negativen Background ist meine Frau mit Ihrem Geschäft in die WERKStadt gezogen und genießt es seitdem, ein Teil einer Gemeinschaft zu sein, der geeint, mit vielfältigen Aktionen, konstantem Engagement und Mut zur Entwicklung den Versuch unternimmt, Limburg für Besucher und Kunden interessanter und attraktiver zu gestalten. Gerade durch social media fällt leider auf, dass Kommentare meist negativ und einseitig in der Blickweise ausschließlich persönliche Belange betreffen ohne dabei das eigentliche Ziel der Veranstaltung und das Engagement zu würdigen. Ich würde mir daher wünschen, dass wir in der Betrachtung unseres Umfelds wieder lernen, die Dinge als positiv zu erkennen und zu bewerten. Die WERKStadt konnte alleine durch die Glüxrad-Aktion hunderte Kunden und Kinder über unterschiedlichste Gewinne glücklich machen und für diese Menschen einen Tag in Limburg angenehmer und überraschender gestalten. Genau das sollte unser Ziel sein. Wenn auf diesem Weg dann mal ein „Fehler“ in der Umsetzung auftaucht, ist das sicherlich nicht schön, aber sollte auch nicht zum Anlass genommen werden, ein eigentlich positives Vorhaben ins schlechte Licht zu rücken. Vielleicht gelingt es uns ja irgendwann wieder, uns von einer Kritik-Gesellschaft in eine Gesellschaft zu entwickeln, in der es üblich ist uns positiv und mit Respekt vor der Leistung anderer zu äußern. Hier muss sich letztlich jeder fragen, wann habe ich den letzten positiven Kommentar abgesetzt? Wann habe ich einfach mal unter den Bericht einer Aktion geschrieben, „… dass es eine Freude war zu sehen, dass Menschen die Gelegenheit bekamen, zu Ihrem Einkauf kostenfrei einen Wert- oder Sachgutschein zu gewinnen? Wann wurde die Beobachtung kommentiert, „… dass ein kleiner Junge Stolz und Freude strahlend seinen Gewinn in Empfang nahm, um ihn umgehend wieder in tolle Spielsachen einzulösen“? Ich persönlich würde mich über solche Kommentare riesig freuen und sicher diese Art von Kommentaren weniger aufwendig, sondern ebenso positiv und knapp rekommentieren oder liken.

    @ Frank F. König: Ich habe als Architekt bereits aus beruflicher Sicht, großes Verständnis für die Probleme, die Menschen mit Handicap tagtäglich erleben. Allerdings kenne ich auch Fälle, in denen sich gerade Menschen mit Handicap auf das Kritisieren von Zuständen zurückzuziehen und persönliche Befindlichkeiten in den Mittelpunkt aller Betrachtungen stellen, ohne dabei die eigentlichen Ziele oder das Gesamte zu bewerten. Offensichtlich hatten die Promoter in dieser Situation nicht die richtige Idee, um dem Jungen das Drehen des Glüxrads zu ermöglichen. Vielleicht braucht es aber genau an dieser Stelle erfahrene Menschen, die sich einmischen und die Situation unkompliziert durch eine gute Idee retten. Das Glüxrad an dieser Stelle von der Bühne zu heben, wäre sicher ein leichtes und machbares Unterfangen gewesen. Der Junge hätte so sicherlich auch ohne die aufwändige Konstruktion einer Rampe sein Glück am Glüxrad austesten können. Kreativität sollte sich doch eher ins positive richten, also die unschöne Situation bereinigen und nicht nur darauf, anschließend eine Situation negativ im social media in Szene zu setzen. Das Thema als Bericht in einem persönlichen Blog zu schreiben hilft sicher dabei, Limburg in der Außenwirkung schlecht aussehen zu lassen, aber war leider für den Jungen im Rollstuhl, um den es Ihnen ja offensichtlich geht keine große Hilfe.

Schreibe einen Kommentar