Gastbeitrag: Bilanz zur Wahlberichterstattung

Die Pannen bei der Auszählung der Wählerstimmen zur Landtagswahl in Hessen ist verantwortlich das nach rund 14 Tagen immer noch kein amtliches Endergebnis der Hessenwahl 2018 vorliegt. In unserem Gastbeitrag von HL-Journal spielt dies keine Rolle, denn am 11.11. 2018 haben wir die Stichwahl um das Landratsamt in Limburg-Weilburg.

Gastbeitrag: Bilanz zur Wahlberichterstattung

Die Landtagswahlen in Hessen sind vorüber. Für den Landrat gibt es am 11. November nochmal eine Stichwahl. Zeit, um ein wenig zu reflektieren. Da passt es, dass mich Frank König fragte, ob ich bei der nächsten Wahl alles genauso machen würde. Dies zu beantworten, ist gar nicht so einfach.

Gastbeitrag – von Heike Lachnit
Foto und Gastbeitrag – von Heike Lachnit

Es war eine sehr intensive Zeit. Täglich waren nicht nur die Kandidaten unterwegs, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Sie erhielten Unterstützung durch viele Mitglieder, die sich in ihrer freien Zeit für ihre Kandidaten engagierten. Egal, ob schon bereits am Morgen an den Bahnhöfen Kaffee zum Werbematerial überreicht wurde, um die Pendler zu erreichen oder bis spät abends bei Veranstaltungen präsent zu sein – sie leisteten sehr viel, um auf ihre Positionen aufmerksam zu machen. Bei manchen ging dies sicher auch an die Substanz und daher gilt ihnen ein großes Dankeschön für ihr Engagement. Doch auch für mich selbst war es eine intensive Zeit, weil ich so viel wie möglich berichten wollte und die Leser über die anstehenden Wahlen und die Kandidaten informieren wollte. Bereits im August hatte ich die Artikel dazu fertig. Doch es dauerte einige Zeit, bis sie gelesen wurden. Streckenweise hatte ich sogar das Gefühl, dass sich niemand groß für die Politik interessiert. Da stellte ich mir zwischendurch auch die Frage, warum ich so viel Zeit in diese Artikel gesteckt habe, wenn sie am Ende niemand liest. Und ja, da kam auch schon die Frage auf, ob ich bei der nächsten Wahl nochmal so viel Zeit hinein investiere.

Kehrtwende

Die Kehrtwende kam dann mit September und es wurden täglich mehr Leser, je näher die Wahl rückte. Vor allem die allgemeinen Artikel was gewählt wird, wie und welche Kandidaten antreten, fanden ein großes Interesse bei dem Leser. Selbst noch am Tag der Wahl selbst informierten sich die Leser. Dies zeigte mir, dass doch Interesse an den Wahlen bestand. Parallel zur Vorstellung der Kandidaten versuchte ich, so viele Veranstaltungen der verschiedenen Parteien zu besuchen und darüber zu berichten. Manchmal war es zeitlich ziemlich eng aufgrund anderer Termine, aber dennoch konnte ich ein breites Spektrum wiedergeben. Von kleinen Veranstaltungen, fast im familiären Bereich bis zu großen Vorträgen, die fast Pop-Charakter hatten, gab es für den politisch interessierten Bürger viele Veranstaltungen in der heißen Phase.
Und so würde ich heute, wenige Tage nach der Wahl, sagen, ja ich würde es wieder tun. Ich würde auch bei der nächsten Wahl die Zeit investieren, um im Vorfeld darüber zu berichten und einen unabhängigen Blick auf den Wahlkampf zu werfen. Obwohl, eines fehlte mir dann doch.

Politische Diskussion

Mir fehlte die Diskussion, das Aufeinandertreffen der Kandidaten und das Diskutieren über verschiedene Themen. Es gab zwei Veranstaltungen, welche in die Richtung gingen. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) lud alle Kandidaten auf Landes- und Landkreisebene ein und es war eher ein Darstellen der eigenen Ziele als eine Diskussion. Der DGB Limburg-Weilburg lud Landtagskandidaten zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Pflege ein und der Zuhörer erkannte verschiedene Meinungen zu diesem einem Thema. Aber insgesamt war es leider zu wenig, um sich wirklich ein Bild davon zu machen, worin sich die Kandidaten bei ähnlichen Zielen eventuell in der Umsetzung unterscheiden. Wo genau liegen die Unterschiede bei den verschiedenen Themen und wo gibt es eventuell auch Gemeinsamkeiten? Vor allem auch die Landratskandidaten bemängelten eine fehlende Plattform wie eine Podiumsdiskussion, um sich mit den anderen Kandidaten mal inhaltliche auseinander zu setzen. Und so warb jeder Kandidat für sich und seine Ziele, jede Partei warb für sich und schimpfte auf die anderen, aber die gemeinsame Plattform suchte der interessierte Bürger vergebens.

Daher könnte ich mir sehr gut vorstellen, bei einer nächsten Wahl mit Partnern eine solche Podiumsdiskussion auf die Beine zu stellen und mit den Kandidaten ins Gespräch zu kommen.

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