ERFAHRUNGSBERICHT ÖPNV
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ERFAHRUNGSBERICHT ÖPNV

BLOG 19-808:Erfahrungsbericht ÖPNV“ – Tage gibt es, diese können sehr unterschiedlich ablaufen. Wir berichten ausführlich von einer Fahrt mit dem Schnellbus (ÖPNV) X72 Limburg, Wiesbaden und zurück.

Erfahrungsbericht ÖPNV

Diese Fahrt ist schon eine Weile her, wir sind erst jetzt dazu gekommen uns diesem Thema im Blog anzunehmen. Es ist doch etwas ausführlicher geworden, in der Hoffnung, das wir einen breiten Überblick zum ÖPNV und Tag abliefern können?

Die Fahrzeit von 1 Stunde und 6 Minuten ist in Ordnung, schließlich gibt es auf dem Weg nach Wiesbaden einige Haltestellen bzw. Haltepunkte. Vor einigen Jahren haben Carmen und ich diese Tour inklusive Rollstuhl schon einmal umgesetzt. Leider mit harten Folgen für meinen Körper. Der Busfahrer von damals hatte es mehr als eilig, was man an seinem Fahrstil festmachen konnte. Die beiden Fahrer zeigen heute sehr unterschiedliche Qualitäten, einer der Hilfe angeboten und kommunizierte, der andere hatte davon wohl früher mal gehört oder gelesen. Dazu später aber mehr, es lohnt sich – Versprochen!

Grundlos gehen wir solch eine Fahrt nicht an 🚍

Dieses Vorhaben stand schon länger auf unserem Plan, da es im Limburger Einzelhandel kein Fotofachgeschäft mehr gibt der auch den Sensor einer Digitalkamera (APS-C-Format) reinigen kann. So machten wir beide uns mit Schnellbus X72 auf den Weg nach Wiesbaden – als Rollstuhlfahrer ein Abenteuer?

Unterschiedliche Mobilität und seine Folgen

Die unterschiedliche Mobilität ist für mich als Rollstuhlfahrer mit gewissem bedarf ist extrem. Durch den Dekubitus der Minimum ein Wechsel des Sitzkissen fordert musste so entfallen. Das Mitführen eines zweiten Sitzkissen ist bei solch einer Fahrt nicht möglich. Die Mitnahme im ÖPNV ist für mich auf Rucksack Größe beschränkt. Also keine Ersatzschuhe und Co. für mich als Person mit besonderem Bedarf. Dies sollte mir noch Schmerzhaft in Erinnerung bleiben.

Elektromobile in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus & Bahn (ÖPNV)

Elektromobile, auch als E-Scooter bezeichnet dürfen nur noch mitgeführt werden, wenn diese über eine Zulassung für den ÖPNV verfügen. Hier gelten geänderte Regeln im ÖPNV – und dies Deutlandweit. Mein E-Scooter – also die Cobra11 ist viel zu groß und hat keine Zulassung für Bus und Bahn mehr erhalten. Somit ist die Cobra11 nur noch ein reiner Außenfahrer. Faktisch in Limburg nutzbar!

Carmen und Frank
Wir sitzen lieber nebeneinander!

Die Rolle des Busfahrers

Die Busfahrer leisten jeden Tag eine anstrengende und anspruchsvolle Arbeit, dies könnt Ihr ruhig Glauben. Es gibt immer wieder nörgelnde Passagiere, enge Zeitpläne und dadurch bedingt wenige Pausen für die Fahrer. Unmöglich, aber wahr! Auf Fahrgäste im ÖPNV mit Behinderungen kommt eine Schlüsselrolle zu. Viele Konflikte würden entfallen, wenn aufseiten der Fahrer mehr Wissen um verschiedene Arten von Behinderungen sowie Hilfsmitteln vorhanden wäre. Hier sind die Verkehrsunternehmen wie bei uns regional der RMV in der Pflicht. Organisationen von Menschen mit Behinderung sollten Ihren Teil dazu beitragen, für mehr Verständnis zu sorgen.

Wie gebe ich Bescheid, dass die Rollstuhlrampe ausgeklappt werden muss?

In jedem der Busse gibt es in der Mitte eine Rampe zum Ausklappen. Die ist vor allem für Rollstuhlfahrer gedacht, mit einem Rollator oder Kinderwagen kommt man dank der mittlerweile recht hohen Bordsteine in der Regel auch ohne in den Bus. Was aber wiederum für Gefahren sorgen kann, denn nicht jeder Fahrgast ist achtsam und schafft dies bei veränderter Mobilität im Alter.

Erfahrungsbericht ÖPNV

Im Idealfall sehen Fahrer, dass jemand mit Rollstuhl in den Bus steigen will. Wenn es aber doch voller wird, ist der Knopf mit dem Rollstuhlfahrer-Symbol außen an der Tür zu betätigen. Persönlich drücke ich diesen Kopf immer – warum erfahrt Ihr gleich. So bekommt der Fahrer vorne ein Signal, dass die Rampe ausgeklappt werden soll. Den Knopf gibt es übrigens genauso auch innen, sodass man auch für das Aussteigen das nötige Signal Abgeben kann. Ein zusätzlicher Effekt: „Wenn der Knopf gedrückt wurde, ist das automatische Türen schließen außer Kraft gesetzt“!

Wer darf die Rampe ausklappen?

Die Verantwortung für die Rampe liegt „ALLEINE“ bei den Fahrern. Diese wissen, wie die Rampe sicher ausgeklappt wird und haben als zusätzliches Hilfsmittel zum Handgriff oft noch einen Haken. Denn die Rampe ist nicht so leicht. Klar, im Alltag gibt es auch hilfsbereite Fahrgäste, die die Rampe ausklappen. Wir hatten auf der Rückfahrt solch einen netten jungen Mann. Und ja, meist geht das schneller, als wenn der Busfahrer erst den Fahrgastwechsel überblickt, Fahrscheine verkauft, dann den Bus sichert und schließlich die Rampe Aus und wieder einklappen muss. Hier gibt es Unterschiede die kann man mit Worten nicht beschreiben. Oft aber zum Nachteil der Reisenden im Rollstuhl! ♿

perfekt day
Mach mal Pause

Nach der Ankunft ist mein zweiter Weg nach dem Aufsuchen eines WCs – das Lieblingskaffee von uns: Perfekt Day! ☕️

Erfahrungsbericht ÖPNV

Informationen und Beratung sind oft schwer zugänglich beziehungsweise Möglich. Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung beschränken sich leider all zu oft auf Vorgaben und Belehrungen. Hilfe und Beratung finden hingegen bei uns kaum noch statt. Gerade älter Menschen haben damit ein Problem. Da hilft auch weniger ein Seniorenticket wenn dies nicht stimmig ist für den Nutzerkreis. Als Test habe ich an unterschiedlichen Stellen ein und dieselbe Frage gestellt: leider unterschiedliche Auskünfte dabei erhalten. Dies darf dann jeder mal selbst bewerten!

Erfahrungsbericht ÖPNV
Wiesbaden

Hin- und Rückfahrt sehr unterschiedlich

Wir verzichten auf jedes kleinere Detail unserer erneuten Probefahrt. Ohne Begleitung wäre dies von Gefahren geprägt, die ich persönlich nicht erleben möchte. Deshalb verzichten wir auch die vielen unangenehmen Aspekte solcher Fahrten im ÖPNV – da dies im eigenen Verständnis sehr unterschiedlich sind. Dazu passt die Aussage unserer Tochter mehr als gut: „Alleine ist der ÖPNV schon oft eine Zumutung und zu über 85 Prozent nicht pünktlich – aber mit Dir im Rollstuhl niemals. Einmal hat mir die Erfahrung gereicht, Nein Danke!“

Die Hinfahrt, verlief ohne Zwischenfälle, im Gegenteil. Von der Rückfahrt schreiben wir nur einen kleinen Auszug, diese war nicht nur für mich unerträglich. Dass ich in den Bus gekommen bin, verdanken wir einem hilfsbereiten und netten jungen Mann. Meine Frau vertrat die Meinung den Typ müsste man Anzeigen, nur soviel sein Smartphone kannte er auch während der Fahrt bestimmt auswendig!

Ein angenehmer Tag als Ehepaar

Zugegeben, abgesehen von der Rückfahrt hatten wir einen angenehmen Tag. Wir haben gelernt aus solchen Situationen das Beste zu machen. Dies gelingt uns als Team, so das Raum bleibt für uns als Paar. Während der Fahrt kann ich aus unterschiedlichen Gründen bei solch einer Strecke und Fahrweise nicht im Rollstuhl sitzen. Dies hat gleich mehrere Gründe, deshalb bin ich genervt wenn der Bus einfach losfährt. Dies kommt zu unschönen Aktionen, normalerweise müsste ich solch eine Tour mal alleine angehen?

Erfahrungsbericht ÖPNV
Rückfahrt mit dem Schnellbus

An dieser Stelle beenden wir diesen Blog, es wird sicherlich noch Gelegenheit geben dies in einem dritten Teil und Fahrt im ÖPNV umzusetzen? 🚍

Ihr / Euer
Frank F. König

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Frank F. König

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