Perspektiven Politik

Berlin ist immer eine Reise wert

Berlin ist immer eine Reise wert

Berlin ist immer eine Reise wert – Aber nicht nur Berlin mit Themen zur Bundespolitik, auch ein Besuch im hessischen Landtag in Wiesbaden kann interessierte weiterbringen. Getreu dem Motto: Politik zum Anfassen – Besucher und Besuchergruppen.

Politik zum Anfassen – Besucher und Besuchergruppen

Den Besuch einzelner Abgeordnete im deutschen Bundestag oder im hessischen Landtag ist meist klar geregelt und durch Mitarbeiter (Büro) der einzelnen Parteien/Abgeordneten publiziert. Meine persönlichen Erfahrungen sind dabei sehr unterschiedlich geprägt. Eine Fragestellung, die man mir erst kürzlich gestellt hatte, überraschte mich doch ein wenig. Die nachfolgende Frage ist der Grund für diesen Blog – denn er weckte Erinnerungen. „Gibt es Unterschiede zwischen einzelnen Bürgern und Bürgergruppen – zum Beispiel bei Behinderung?

Berlin ist immer eine Reise wert
EINE SACHE DER PERSPEKTIVE

Berlin ist immer eine Reise wert

Dazu hatte ich direkt einige Nachfragen, die Frage war mir zu platt. Berichten kann ich nur aus meiner Erinnerung, denn ich war mit meiner Frau nur in Berlin – nicht mit einer Gruppe im hessischen Landtag. Um eines vorwegzunehmen, in Berlin hat sich nach der Anmeldung über einen Bundestagsabgeordneten (SPD) der Besucherdienst des Deutschen Bundestages um meinen Besuch gekümmert. Aufgrund meiner Behinderung gab es eine Barrierefreie Tour, an der ich für fünf Tage in Berlin teilnehmen konnte. Das fing schon beim Bus an, der uns alle am Berliner Hauptbahnhof abgeholt hatte. Ein Busfahrer mit Herz und Verstand – so mein Eindruck aus dem Jahr 2016.

Berlin ist immer eine Reise wert
Foto: Fahrt zum Hauptbahnhof Berlin – Reisebus ohne Barrieren

Fahrten einzelner Abgeordneten oft ausgebucht?

Zu Beginn sind die Fahrten einzelner Abgeordneten oft ausgebucht, direkt nach einer Wahl stehen Bürger oftmals Schlange und jeder möchte einen Einblick wo Ihr Abgeordneter jetzt tätig ist. Nicht jeder ist kurz nach einer Wahl mit den nötigen Mitarbeitern ausgestattet – gerade bei kleineren Parteien. Selbst habe ich die Erfahrungen machen dürfen, weder in Berlin noch in Wiesbaden war es möglich den Personenkreis mit Hilfsmitteln bisher einzubinden. Teilhabe aller Wähler und Bürger gab es also nicht!

Um dies ehrlich darzulegen – Menschen, die in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind, wären eine besondere Aufgabenstellung, schon bei der Planung. So eine Aussage, wie gut, dass ich dies im Jahr 2016 auf eine andere Art und Weise habe kennengelernt. Es geht sehr wohl, was der nachfolgende Blog eindeutig belegt.

Verständnis – Zu Beginn eines Mandates ist Geduld gefragt!

Wer offen kommuniziert und seine Wähler ein wenig kennt, schafft sich Freiräume, hier spielt es eine aktive Rolle wie breit eine Partei aufgestellt ist oder eben auch nicht. Eines ist aber auch klar, wer nur vertröstet, später dies vergessen hat, dem ist der Unmut sicher. Die ein oder andere Erfahrung konnte ich selbst ebenfalls erleben, meine Geduld ist etwas breiter ausgelegt – so wie ich eben aufgestellt bin. Zurück zur Fragestellung: „Gibt es Unterschiede zwischen einzelnen Bürgern und Bürgergruppen – zum Beispiel bei Behinderung“? Bei einer Pauschalen Antwort wäre dies: Ja!

Bundestag oder hessischer Landtag gleich?

Eindeutig – Nein! Berlin und Wiesbaden lassen sich nicht mal im Ansatz vergleichen, als Rollstuhlfahrer habe ich in Berlin, durch gute Planung wenig davon mitbekommen. In Wiesbaden bei anderen Arbeitsbesuchen hingegen schon eher. Die ein oder andere Barriere bringt alleine die Struktur der Gebäude mit sich. Fachpersonal oder damit beauftragte Firmen oder Institutionen sind hier klar im Vorteil, es ist ein Teil Ihres Alltags und Arbeit. Persönlich kann ich aus Erfahrung berichten, dies spürt man deutlich. Nachfragen wie: „Jetzt haben Sie meine Stimme und kennen mich jetzt nicht mehr“ bringen keinem etwas. Solch ein Ärger ist menschlich – hilft aber nicht!

Offen ins Gespräch kommen

Wer sich geärgert hat, das Gefühl hat abgehängt zu sein, der sollte mit seinem Abgeordneten offen sprechen, oft gibt es Bürgersprechstunden einzelner. Die anderen Kommunikationswege bleiben natürlich offen, was im Jahre 2020 kein Problem darstellen sollte. Ich habe Verständnis für beide Seiten, sofern man dies in zwei Lager aufteilen möchte, Menschen mit Behinderungen bekommen schnell solch einen Eindruck – was aber nicht an diesen selbst liegt. Fehlende Teilhabe und die täglichen Barrieren sind Auslöser dieser Gedanken. Abgeordnete, ob männlich oder weiblich haben dies nicht auf dem Schirm – Termin um Termin lässt es schnell in Vergessenheit geraten. Hier hilft nur Offenheit – Frust bringt keinen weiter. So ist mein Rat, ins Gespräch zu kommen!

Ungeteilte – Besucher und Besuchergruppen

Wer Teilhabe, Menschen, Bürger und damit Wähler ernst nimmt, teilt keine Besucher und Besuchergruppen, dies wäre ein extremer Fehler, nicht nur in der außen Darstellung. Wie soll man sich als Mensch fühlen, wenn dies nur im Ansatz so gedacht, gar umgesetzt würde?

Mein Fazit

Es gibt Unterschiede – auch mir erging es ähnlich. Meine offene Kommunikation würde nicht gehört, oder verstanden. Persönlich bin ich nicht enttäuscht oder gar beunruhigt, ich kenne solche Abläufe und Ergebnisse aus meinem Leben zu oft das es mich noch verletzen könnte. Helfen kann man nur Menschen die das Leben als keine Einbahnstraße betrachten. So wird man sich bei zukünftigen Wahlkämpfen einfacher zurückziehen. Nur bleibt bei anderen mehr hängen, ein Gefühl, des nicht wertgeschätzt werden und dies darf einfach nicht sein!

Profilbild von Frank F.  König
Frank F. König